Sonnenfinsternis in USA zieht Millionen Menschen in ihren Bann

In Teilen der USA ist der Tag zur Nacht geworden: Eine totale Sonnenfinsternis zog sich am Montag von der West- an die Ostküste des Landes

In Teilen der USA ist der Tag zur Nacht geworden: Eine totale Sonnenfinsternis zog sich am Montag von der West- an die Ostküste des Landes. Das seltene Naturschauspiel begeisterte Millionen von Menschen in den 14 US-Bundesstaaten, die vom Kernschatten des Monds verdunkelt wurden. Es war die erste Sonnenfinsternis seit 99 Jahren, die in den USA landesweit von Küste zu Küste zu sehen war.

Das seltene Naturschauspiel begann an der Westküste im Bundesstaat Oregon. Dort verdunkelte sich ab 09.05 Uhr (Ortszeit, 18.05 Uhr MESZ) langsam der Himmel, weil sich der Mond vor die Sonne schob.

Allein im Küstenort Madras, der normalerweise 7000 Bewohner zählt, versammelten sich bei besten Wetterbedingungen mehr als 100.000 Menschen. Als sich dort um 19.16 Uhr (MESZ) der Erdtrabant komplett vor die Sonne setzte und für Finsternis auf der Erde sorgte, jubelten und applaudierten zahlreiche Menschen.

Der Kernschatten des Mondes zog sodann quer durch die USA in Richtung Ostküste, wo die Sonnenfinsternis 90 Minuten später um 20.48 Uhr (MESZ) im Bundesstaat South Carolina endete. In einem Streifen von rund 110 Kilometern Breite zwischen der West- und der Ostküste herrschte vorübergehend totale Dunkelheit.

In der Hauptstadt Washington verdeckte der Mond die Sonne immerhin zu 81 Prozent. Präsident Donald Trump verfolgte das Schauspiel mit seiner Frau Melania vom Balkon des Weißen Hauses aus - zunächst ohne die eigentlich obligatorische dunkle Brille, die die Augen beim Blick in die Sonne schützen soll. "Nicht hochschauen!", rief ein Berater, dann setzte sich Trump die Brille auf.

Millionen Bürger fieberten dem Himmelsereignis seit Tagen entgegen. Allein in South Carolina mit seinen fünf Millionen Einwohnern waren zwei Millionen Himmelsbeobachter erwartet worden. In der Stadt Charleston standen tausende von ihnen auf der Straße. "Es war unglaublich schön, ich bin den Tränen nahe", beschrieb die Anwohnerin Heather Riser ihre Gefühle bei dem Spektakel.

Die Bars der Stadt schenkten bereits seit der Mittagszeit Alkohol aus. Charleston quoll bereits am Wochenende über vor Touristen. "Seit Freitagabend ist hier die Hölle los", sagte Barbesitzer Chaz Wendell.

Spezialbrillen zum gefahrlosen Blick auf die verdunkelte Sonne waren vielerorts ausverkauft oder nur noch zu astronomischen Preisen zu bekommen. Fliegende Händler boten Sonnenfinsternis-T-Shirts und -Anstecknadeln an. "Es ist die Reise meines Lebens", sagte die Touristin Deirdre Duignan aus Irland zu ihren Sonnenfinsternis-Trip nach Oregon an die US-Westküste.

Die Weltraumbehörde Nasa geht davon aus, dass das Himmelsschauspiel vom Montag die am meisten fotografierte Sonnenfinsternis aller Zeiten war - dank der sozialen Medien. Wissenschaftler rieten den Schaulustigen aber, das Spektakel ganz natürlich auf sich wirken zu lassen. "Legen Sie Ihr Smartphone beiseite und erleben Sie das Schauspiel emotional, psychologisch und körperlich", riet der prominente Astrophysiker Neil DeGrasse Tyson.

Nick Willder und Sarah Boylan aus dem englischen Nottingham hatten ihre USA-Reise extra so geplant, dass sie am Montag in Charleston endete. Zweimal hatten die beiden zuvor bereits versucht, Sonnenfinsternisse zu sehen - beide Versuche in England und China waren verregnet. Schlechtes Wetter störte diesmal aber nur an einigen Orten im Inneren der USA die Sicht auf den Himmel.

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