Sonnenschutz für Weltraumteleskop aufgespannt

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Washington (dpa) - Vor der Inbetriebnahme des kürzlich ins All geschossenen Weltraumteleskops «James Webb» sind weitere wichtige Etappen geschafft.

Zum einen ist laut US-Raumfahrtbehörde Nasa ein Sonnenschutz des Teleskops in ungefähr der Größe eines Tennisplatzes vollständig aufgespannt worden.

Zum anderen wurde am Mittwoch ein sekundäres Spiegelsystem ausgefahren. Es reflektiert das Licht des Hauptspiegels und ist zur korrekten Arbeit des Teleskops nötig. Damit sind einige der kompliziertesten Prozeduren beim Aufbau des Teleskops abgeschlossen.

Es handele sich um einen «unglaublichen Meilenstein», der für den Erfolg der Mission äußerst wichtig sei, sagte Webb-Programmdirektor Gregory Robinson am Dienstag (Ortszeit) am Nasa-Hauptsitz in Washington zum Aufspannen des Sonnenschutzes. Er sprach von einem «Wunderwerk der Technik». Mit dem gemeinsam von Weltraumbehörden in Europa, den USA und Kanada gebauten Teleskop sollen die ältesten Galaxien des Weltalls erkundet werden.

Bei der rund acht Tage dauernden Entfaltung des Schutzschildes mussten Tausende Teile präzise zusammenarbeiten, wie Robinson weiter sagte. Laut Nasa wird die Abschirmvorrichtung das Teleskop vor Licht und Hitze von Sonne, Erde und Mond schützen und die Arbeit bei Temperaturen von unter etwa minus 229 Grad ermöglichen.

Sie besteht demnach aus fünf Schichten. Jede der Folien sei ungefähr so dünn wie ein menschliches Haar und mit reflektierendem Metall beschichtet, hieß es. Der dadurch gebotene Schutz entspreche in etwa der Größenordnung des Sonnenschutzfaktors eine Million.

Das Teleskop war am 25. Dezember an Bord einer Ariane-Trägerrakete vom europäischen Weltraum-Bahnhof Kourou in Französisch-Guayana ins All gestartet. Das Webb-Team habe drei Tage später begonnen, den Sonnenschutz zu entfalten. Die Manöver wurden wie alle anderen auch von der Erde aus gesteuert, das Teleskop ist unbemannt. Laut Nasa-Angaben dauert es noch rund fünfeinhalb Monate, bis die Vorbereitungen zur Inbetriebnahme vollständig abgeschlossen sind.

Das Teleskop soll 1,5 Millionen Kilometer weit in den Weltraum fliegen und für diese Strecke etwa vier Wochen benötigen. Wissenschaftler erhoffen sich von den Aufnahmen unter anderem Erkenntnisse über die Zeit nach dem Urknall vor rund 13,8 Milliarden Jahren. Erste Daten und Bilder des Teleskops werden frühestens im Sommer erwartet.

Das James-Webb-Teleskop wurde laut Betreiberangaben rund 30 Jahre lang entwickelt und kostete etwa 10 Milliarden Dollar (8,8 Milliarden Euro). Es folgt auf das Teleskop «Hubble», das seit mehr als 30 Jahren im Einsatz ist.

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