Sorge beim EU-Gipfel vor nächster Corona-Welle nach Weihnachten

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Kanzlerin Merkel nach dem Video-Gipfel
Kanzlerin Merkel nach dem Video-Gipfel

In der EU herrscht die Sorge vor einem erneuten Anstieg der Corona-Zahlen wegen Reisen und Feiern zum Jahreswechsel. "Wenn wir eine dritte 'Weihnachts'-Welle verhindern wollen, brauchen wir eine gemeinsame Strategie für Winterreisen", erklärte Belgiens Regierungschef Alexander De Croo im Anschluss an eine Videokonferenz mit seinen EU-Kollegen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) sieht die EU deshalb vor einer großen Kraftanstrengung.

"Wir müssen die Lehren aus der Vergangenheit ziehen und vorsichtig sein, wenn wir Beschränkungen aufheben", sagte EU-Ratspräsident Charles Michel. Die Lockerungen müssten schrittweise erfolgen und auch wieder umkehrbar sein. "Wir wollen alle die Ferien am Jahresende feiern, aber lasst uns das neue Jahr sicher einläuten."

Bei den Gipfel-Beratungen habe es eine Diskussion darüber gegeben, "welchen Punkt wir anstreben, um Maßnahmen wieder zu lockern", sagte Bundeskanzlerin Merkel. "Das gilt ganz besonders bezüglich der Art von Maßnahmen, die über Weihnachten und den Jahreswechsel gelten." Es gebe hier zwar eine hohe Bereitschaft, sich miteinander abzustimmen, aber "das wird von uns noch viel Kraft abverlangen", sagte Merkel.

Besondere Sorge macht den EU-Chefs im Zusammenhang mit der Pandemie auch die weit verbreitete Impfskepsis. "Die Zahl der Menschen, die Impfungen misstrauen, wächst", sagte Ratspräsident Michel. "Wir müssen ihren Wert deutlich kommunizieren". Die EU-Kommission sei nun gebeten worden, "eine argumentative Aufklärungskampagne" über das Impfen vorzubereiten, sagte Merkel.

Nach Angaben von Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen rückt die Verfügbarkeit wirksamer Corona-Impfstoffe in greifbare Nähe. Die Impfstoffkandidaten von Pfizer-Biontech und Moderna könnten demnach noch vor Ende des Jahres in der EU zugelassen werden.

pe/mt/isd