Spahn: Corona-Dynamik "gemeinsam und entschlossen" brechen

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Jens Spahn bei einer Pressekonferenz am 16. Oktober (Bild: Michael Sohn/Pool via Reuters)
Jens Spahn bei einer Pressekonferenz am 16. Oktober (Bild: Michael Sohn/Pool via Reuters)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat die erneuten Corona-Beschränkungen im November verteidigt, um eine Überlastung der Krankenhäuser in Deutschland abzuwenden. Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen habe sich binnen zwei Wochen auf mehr als 2000 verdreifacht, erläuterte Spahn am Montag. “Wir müssen diese Dynamik brechen, gemeinsam und entschlossen.”

Die Zahl der intensivmedizinisch behandelten Covid-19-Fälle ist von 769 Patienten (18.10.) auf 2061 Patienten (1.11.) gestiegen, wie es im RKI-Lagebericht vom Sonntagabend heißt.

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Am Vorabend hatte Spahn die Deutschen auf “Monate der Einschränkungen und des Verzichts” im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie eingeschworen. Selbst wenn das öffentliche Leben in einigen Wochen wieder hochfahre, könnten danach erneut strenge Beschränkungen drohen. “Niemand kann ausschließen, dass es nicht irgendwann in der Folge wieder dazu kommt”, sagte der CDU-Politiker am Sonntagabend im ZDF-”heute-journal”. Deutschland befinde sich wegen der Corona-Krise in einer “Jahrhundert-Situation”.

Kampf gegen Corona als “nationale Kraftanstrengung”

Spahn sagte, der Kampf gegen die Pandemie erfordere im November eine “nationale Kraftanstrengung”. Es stehe ein Monat der Entschleunigung an, um Kontakte zu reduzieren und einander vor einer Ansteckung zu schützen. “Ja, ich weiß: Das ist echt hart”, sagte er. Aber angesichts rapide steigender Infektionszahlen gehe es nicht ohne zusätzliche staatliche Maßnahmen. Zu Kritik aus Gastronomie sowie der Kultur- und Hotelbranche sagte er, auch das beste Hygienekonzept reduziere das Risiko eben nicht auf null.

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Mit Blick auf Rufe nach finanzieller Unterstützung für das Freihalten von Kapazitäten für Corona-Fälle verwies Spahn am Sonntagabend auf eine bestehende gesetzliche Regelung. Sie stelle sicher, dass es keine wirtschaftlichen Nachteile für Krankenhäuser gebe und alle Defizite auch im letzten Quartal dieses Jahres ausgeglichen würden. “Wo wir nachsteuern müssen, werden wir nachsteuern”, sagte er. Jedes Krankenhaus solle sich in dieser Pandemie darauf verlassen können, dass es keine wirtschaftlichen Nachteile habe. Nach einer vom Bundestag beschlossenen Regelung können Kliniken Erlösrückgänge mit den Krankenkassen jeweils ermitteln und ausgeglichen bekommen.

Minister inzwischen symptomfrei

Spahn, selbst an Covid-19 erkrankt, sagte, ihm persönlich gehe es gut; er sei seit Tagen symptomfrei. Er wisse nicht, wo er sich angesteckt habe. So wie er seien Hunderttausende in Deutschland zurzeit in Quarantäne. Er dankte allen, die zu Hause blieben, um andere zu schützen. Ob die Infektionszahlen nach dem Teil-Lockdown wieder hochgehen, “liegt an uns allen”, betonte er. Wenn die Regeln nach dem November auslaufen, heiße das nicht, dass “alle wieder feiern” könnten.

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