Spahn fordert schnelle zusätzliche Corona-Eindämmung

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Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. (Bild: Emmanuele Contini/NurPhoto via Getty Images)
Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. (Bild: Emmanuele Contini/NurPhoto via Getty Images)

Der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn dringt wegen der immer schnelleren Corona-Ausbreitung auf ein rasches Gegensteuern. «Wir müssen alles tun, um diese Dynamik zu brechen», sagte der CDU-Politiker am Freitag in Berlin. «Sonst wird es für das ganze Land ein bitterer Dezember.» Konkret sprach sich Spahn dafür aus, für öffentliche Veranstaltungen das Prinzip «2G plus» einzuführen - also Zugang nur für Geimpfte und Genesene, die zusätzlich aber noch einen aktuellen Test vorweisen müssen. Die bisherige 3G-Regel mit Zugang für Geimpfte, Genesene und Getestete werde alleine nicht mehr reichen. Dies sei außerdem zu oft nicht kontrolliert worden.

Spahn kündigte zusätzliche Anreize an, um das Tempo der Impfungen zu beschleunigen. Mit einer geplanten Verordnung sollen Ärzte statt der bisherigen 20 Euro ab Dienstag 28 Euro als Vergütung erhalten, zudem soll es einen Wochenendzuschlag von 8 Euro geben. Der Minister verwies darauf, dass Impfungen wieder anziehen. In dieser Woche seien mehr als 4,3 Millionen Dosen bestellt worden, was eine Vervierfachung verglichen mit den vergangenen Wochen sei. Neben den Praxen gebe es wieder mehr als 170 Impfstellen und rund 600 mobile Teams.

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Spahn betonte, die für kommenden Donnerstag vorgesehene Corona-Runde der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel (CDU) mit den Ministerpräsidenten sei wichtig, um zu gemeinsamem Handeln zu kommen. Aus seiner Sicht hätte es eine solche Bund-Länder-Abstimmung schon vor drei Wochen gebraucht.

Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. (Bild: Carsten Koall/Getty Images)
Der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler. (Bild: Carsten Koall/Getty Images)

Wieler: «Es ist fünf nach zwölf»

Wegen der drastischen Ausbreitung des Coronavirus hat der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler, die Menschen in Deutschland eindringlich zur Beschränkung ihrer Kontakte aufgerufen. «Es ist fünf nach zwölf», sagte Wieler am Freitag in Berlin. In etlichen Landkreisen gebe es so viele Neuinfektionen, dass die Kliniken und besonders die Intensivstationen an der Kapazitätsgrenze seien. Dies werde ohne zusätzliche Maßnahmen überall in Deutschland eintreten. «Die vierte Welle trifft uns jetzt mit voller Wucht.»

Wieler erläuterte, dass zum Beispiel von den mehr als 50 000 neu infizierten Menschen, die am Vortag gemeldet worden waren, im Laufe der Zeit etwa 3000 im Krankenhaus behandelt werden müssten und 200 versterben würden. «Das ist die Bilanz von einem Tag mit 50 000 Fällen.» Absehbar sei dabei, dass die Ansteckungszahlen weiter ansteigen.

Wieler appellierte an die Menschen in Deutschland: «Reduzieren Sie Ihre Kontakte.» Auch bei Zutritt nur für Geimpfte und Genesene (2G) solle man Maske tragen. Bei Verdacht auf Erkältung solle man einen PCR-Test machen. Allerdings reiche 2G in besonders belasteten Regionen nicht mehr aus.

So müsse bei Großveranstaltungen die Personenzahl reduziert oder ein Verbot erwogen werden. «Wir wissen, dass insbesondere in Innenräumen sogenannte Superspreader-Events stattfinden.» Man solle auch in Erwägung ziehen, in besonders belasteten Regionen Bars oder Clubs zu schließen. Auch vor privaten Zusammenkünften sollten sich die Menschen zudem testen lassen.

Die Corona-Ausbreitung beschleunigt sich inzwischen stark. Die Zahl der gemeldeten Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner in sieben Tagen stieg laut Robert Koch-Institut (RKI) auf 263,7 und damit den fünften Tag in Folge auf einen Höchstwert. Die Gesundheitsämter meldeten binnen eines Tages 48 640 neue Fälle.

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