Spahn gegen Schließung sämtlicher Schulen in Deutschland

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hält nichts davon, wegen der Corona-Epidemie sämtliche Schulen in Deutschland zu schließen. Über solche Maßnahmen solle jeweils vor Ort entschieden werden, sagte Spahn nach Beratungen mit seinen Amtskollegen aus den Bundesländern am Mittwoch in Berlin. Er halte "pauschale Schließungen nicht für angemessen", sagte der Gesundheitsminister.

Spahn verwies darauf, dass bei Schließungen von Schulen auch die Folgen betrachtet werden müssten - etwa wenn Ärzte wegen der Betreuung ihrer Kinder dann zu Hause bleiben müssten. Zuvor war bekannt geworden, dass in Italien wegen der Corona-Epidemie die Schließung aller Schulen erwogen wird.

Nach den Worten des Gesundheitsministers hat der Bund seinen Pandemieplan wegen der neuen Herausforderungen der Corona-Epidemie überarbeitet. Der Plan regelt etwa die Information der Bevölkerung, Einschränkungen des öffentlichen Lebens und Vorkehrungen in Krankenhäusern. Die Länder können ihre Pandemiepläne nunmehr entsprechend anpassen.

Spahn verwies zudem darauf, dass die Apotheken wegen der Knappheit an Desinfektionsmitteln diese künftig selbst herstellen dürfen, und zwar aus Industriealkohol. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) den Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland bestätigte, sind einzelne Regeln der europäischen Biozidverordnung, die dem bislang im Weg gestanden hatten, seit Mittwochmittag außer Kraft gesetzt.

Die Apothekerverbände-Vereinigung begrüßte den Beschluss. "Apotheken können sich nun umgehend daran machen, Desinfektionsmittel herzustellen", sagte ein ABDA-Sprecher dem RND. Wichtig sei es, nun die nötigen Grundstoffe ? vorwiegend unterschiedliche Alkohole ? in "ausreichendem Maße zur Verfügung zu stellen. Deshalb stehe man in engem Kontakt mit dem pharmazeutischen Großhandel, erklärte der ABDA.