Spahn mit magerem Ergebnis zum CDU-Vize gewählt

·Lesedauer: 2 Min.

Nach der Wahl von Armin Laschet zum CDU-Chef ist Bundesgesundheitsminister Jens Spahn wie erwartet in den Kreis der fünf stellvertretenden Parteivorsitzenden aufgestiegen.

Gesundheitsminister Jens Spahn hält seine Bewerbungsrede als stellvertretender Vorsitzender beim digitalen Bundesparteitag der CDU.
Gesundheitsminister Jens Spahn hält seine Bewerbungsrede als stellvertretender Vorsitzender beim digitalen Bundesparteitag der CDU.

Der digitale Parteitag wählte ihn am Samstag aber mit dem mit Abstand schlechtesten Ergebnis aller Kandidaten in das Führungsamt, das bisher Laschet innehatte. Spahn erhielt nur 589 Stimmen.

Neben Spahn bestätigten die Delegierten den hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier, die Vorsitzende des CDU-Verbandes Oldenburg, Silvia Breher, Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner und Baden-Württembergs Innenminister Thomas Strobl in ihren Ämtern als Partei-Vize. Für Bouffier stimmten 806 Delegierte, für Klöckner 787, für Breher 777 und für Strobl 670. Das Ergebnis der digitalen Abstimmung muss noch in einer Briefwahl bestätigt werden, dies gilt aber als Formalie.

Nach Parteitag: Merz will Bundeswirtschaftsminister werden

Bei der Wahl des CDU-Vorsitzenden hatte sich der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Laschet zuvor in einer Stichwahl gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz durchgesetzt. Laschet hatte in seinem Wahlkampf zum CDU-Chef immer betont, dass er sich Spahn als Parteivize wünsche.

Laschet verteidigt Spahn

Der neue CDU-Chef hat Kritik an einem umstrittenen Auftritt von Jens Spahn auf dem digitalen Parteitag zurückgewiesen. «Ich fand das in Ordnung», sagte Laschet am Samstag bei der Aufzeichnung der ARD-Sendung «Farbe bekennen». Es habe sich um den Punkt «Aussprache» gehandelt. Er habe gewusst, dass Spahn etwas sagen wollte. Der war im Kampf um den Parteivorsitz als «Teampartner» von Laschet angetreten.

Der Gesundheitsminister hatte eine Wortmeldung in einer Fragerunde nach der Vorstellung der drei Kandidaten für den Parteivorsitz genutzt, um für Laschet zu werben: “Armin Laschet hat gezeigt, dass er das Land, dass er die Partei zusammenführen kann. Er lebt Zusammenhalt”, sagte Spahn über den nordrhein-westfälischen Ministerpräsidenten.

Armin Laschet: Er ist der neue CDU-Vorsitzende

In seinem Plädoyer für Laschet rechnete Spahn die Einwohnerzahl Nordrhein-Westfalens ziemlich salopp hoch: “Armin Laschet hat ein Viertel der Deutschen in Nordrhein-Westfalen als Ministerpräsident tatkräftig, entschlossen, besonnen bisher durch diese Pandemie geführt”, sagte er. In Deutschland leben 83,1 Millionen Menschen. Ein Viertel davon wären knapp 20,8 Millionen - NRW zählt aber nur 17,9 Millionen Einwohner.

Dieser Auftritt wurde Jens Spahn in der Partei teilweise als unsportliches Verhalten angekreidet.

Auf die Frage, ob sich Spahn mit seinem Vorgehen beschädigt habe, sagte Laschet: «Ich weiß es nicht. Natürlich werden die Freunde von Norbert Röttgen und Friedrich Merz das nicht ganz so toll gefunden haben.» Röttgen und Merz waren neben Laschet Kandidaten für den Parteivorsitz.

Mit Material von dpa

VIDEO: Spahn mit schwachem Ergebnis zum Vize-Vorsitzenden gewählt