Spahn will Gentests an Embryos zu Kassenleistung machen

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) will Gentests an Embryonen zur Leistung der gesetzlichen Krankenkassen machen. Die sogenannte Präimplantationsdiagnostik (PID) ist in Deutschland seit 2011 in engen Grenzen erlaubt, die Kosten müssen betroffene Paare aber selber tragen. Aus Kreisen des Gesundheitsministeriums hieß es am Dienstag, wenn die PID in bestimmten Fällen legal sei, dürfe sie nicht aufgrund der Kosten ein "Privileg" für Wohlhabende sein.

Vom Gesundheitsministerium wurde ein Änderungsantrag für das Terminservice-Gesetz erarbeitet, der die Kostenübernahme durch die Kassen festschreiben soll. Zuerst hatten am Dienstag die Zeitungen des Redaktionsnetzwerks Deutschland über den Änderungsantrag berichtet.

Bei der PID werden im Reagenzglas erzeugte Embryonen schon vor dem Einpflanzen in den Mutterleib auf mögliche schwere Erbkrankheiten untersucht. Erlaubt sind derartige Gentests an Embryonen nur dann, wenn ein Elternteil oder beide Elternteile die Veranlagung zu einer schweren Erbkrankheit haben oder mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Tot- oder Fehlgeburt droht. Ein vorherige Beratung ist Pflicht.

Ethikkommissionen prüfen in jedem Einzelfall, ob Eltern eine PID vornehmen lassen dürfen. Die Gentests können deutlich mehr als 10.000 Euro kosten.

Voraussetzung für eine Kostenübernahme durch die Kassen soll dem Änderungsantrag zufolge sein, dass die Paare, die die PID einschließlich der künstlichen Befruchtung nutzen wollen, miteinander verheiratet sind. Zudem dürften demnach nur Ei- und Samenzellen der Ehegatten verwendet werden.