Aktionswoche für Corona-Impfungen gestartet - Regierung wirbt für Teilnahme

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Coronaimpfung (AFP/THOMAS KIENZLE)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat zum Auftakt der bundesweiten Aktionswoche zur Corona-Impfung aufgerufen. "Ganz viele" bislang noch Ungeimpfte seien nicht gegen eine Impfung, sagte Spahn am Montag. Es gehe für viele um die "einfache Gelegenheit", sich impfen zu lassen. In der Impfaktionswoche bieten mobile Teams Impfungen an vielen Orten des Alltags an. Bundesbildungsministerin Anja Karliczek (CDU) verwies darauf, dass eine hohe Impfquote besonders den Kindern nütze.

Es gehe darum, vor Herbst und Winter nochmal mehr Menschen zu überzeugen, sagte Spahn dem Sender WDR 5. "Jetzt, wo auch die Impfzentren Ende September schließen werden, wechseln wir stärker auf mobile Teams", so der Minister.

Karliczek sagte der Nachrichtenagentur AFP: "In dieser Woche sollten sich alle die, die sich bisher nicht haben impfen lassen, einen Ruck geben." Sie wolle "daran erinnern, dass eine hohe Impfquote jetzt auf besondere Weise unseren Kindern nützt", sagte die Bildungs- und Forschungsministerin. Für Kinder unter zwölf gibt es bisher keine zugelassenen Corona-Impfstoffe.

Jugendlichen ab zwölf Jahren empfahl Karliczek die Impfung. Sie unterstrich, dass die zugelassenen Impfstoffe wirksam und sicher seien: "Der Nutzen einer Impfung übertrifft mögliche etwaige Nebenwirkungen um ein Vielfaches."

Die Aktionswoche soll Schwung in die ins Stocken geratene Impfkampagne bringen. Regierungssprecher Steffen Seibert sagte, es gebe inzwischen "an die 700 Aktionen, bei denen sich die Bürgerinnen und Bürger unkompliziert, kostenfrei und ohne große Anmeldung impfen lassen können". Als Beispiele nannte er Museen, Kirchen, Moscheen, Zoos, Herbstmärkte, Feuerwachen oder wie in Chemnitz die Straßenbahn. Seibert betonte, dass derartige Angebote nicht nur auf die Aktionswoche beschränkt seien.

Seibert zufolge sind aktuell 62,2 Prozent der Gesamtbevölkerung vollständig geimpft, 66,5 Prozent haben eine erste Impfung erhalten. "Jede weitere Impfung zählt und wird uns sicherer in Herbst und Winter gehen lassen", betonte der Regierungssprecher.

Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) will Ungeimpfte etwa "mit einer langen Nacht des Impfens und mit Döner-Gutscheinen" überzeugen. Die Impfquote komme leider nur schleppend voran, sagte sie in der Sendung "RTL/ntv Frühstart". "Wenn man ehrlich ist, muss man sagen, wir haben es nicht geschafft." Der Herbst stehe vor der Tür, "wir sind in der vierten Welle, und wir haben Impfquoten, die sind tatsächlich nicht ausreichend, um das Schlimmste zu vermeiden".

Kritik kam von der FDP. "Die Impfaktionswoche der Bundesregierung ist der klägliche Versuch, von eigenem Versagen abzulenken", sagte Fraktionsvize Michael Theurer dem "Handelsblatt" vom Montag. Merkel und Spahn hätten Monate Zeit gehabt, eine breit angelegte Aufklärungs- und Informationskampagne umsetzen. Stattdessen diene die Impfaktionswoche der Bundesregierung als "fadenscheiniger Vorwand, doch noch einen Impfzwang einzuführen", so sein Vorwurf.

Die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus nannte die Impfaktionswoche einen "Tropfen auf dem heißen Stein". Eine einzelne Woche sei viel zu wenig. "Wir benötigen stattdessen einen echten Impf-Marathon", forderte sie. "Dazu brauchen wir mehr Kreativität, müssen noch intensiver werben und dauerhaft niedrigschwellige Angebote anbieten."

Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet (CDU) sprach sich erneut gegen eine Impfpflicht aus. "Ich vertraue noch auf die Einsicht der Menschen", sagte er am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Er habe den Eindruck, dass manche beim Thema Impfen nur zu nachlässig seien und nicht darüber nachgedacht hätten. "Echte Impfverweigerer gibt es gar nicht so viele."

cha/bk

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