Spahn wirft AfD "destruktive Stimmungsmache" in Corona-Krise vor

Jens Spahn bei einem Pressetermin im Bundestag (Bild: Reuters/Annegret Hilse)

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat der AfD "destruktive Stimmungsmache" in der Corona-Krise vorgeworfen. Das Ziel der AfD-Spitze sei selbst in einer solchen nationalen Krise nicht die Sacharbeit, kritisierte Spahn in einem Interview der Zeitung "Die Welt".

Noch vor Kurzem habe die AfD immer härtere Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus gefordert, inzwischen betätige sie sich als "Corona-Leugner".

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Zu Beginn der Pandemie habe Deutschland "ein neues Wir-Gefühl" erlebt, sagte Spahn. Nach Jahren der gesellschaftlichen Polarisierung, zuerst in der Flüchtlings- und dann in der Klimafrage, habe sich gezeigt, dass die Bürger eine Gemeinschaft seien und aufeinander aufpassten.

Offen für Dialog mit Demonstranten

Die inzwischen entbrannten Debatten um die Corona-Maßnahmen sollten so ausgetragen werden, "dass sie zusammenführen und nicht wieder spalten", mahnte der Gesundheitsminister.

Auf die Frage, ob er zur Diskussion mit Kritikern eine Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen besuchen werde, zeigte sich Spahn offen für einen solchen Schritt: "Ich bin nicht dafür bekannt, dass ich Debatten aus dem Weg gehe", sagte er.

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In den vergangenen Wochen hatten tausende Menschen in deutschen Städten gegen die Corona-Maßnahmen demonstriert.

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