Spanien ist Basketball-Weltmeister

SPORT1

Asien als gutes Pflaster: Spanien hat in China mit einer Demonstration der Stärke zum zweiten Mal den Weltmeistertitel im Basketball geholt. 13 Jahre nach dem Triumph in Japan setzte sich das Team um NBA-Champion Marc Gasol von den Toronto Raptors beim Finale in Peking hochverdient mit 95:75 (43:31) gegen Argentinien durch.


Die Südamerikaner müssen derweil weiter auf ihre zweite Goldmedaille warten, Argentinien hatte 1950 bei der ersten Auflage der Geschichte zu Hause in Buenos Aires gesiegt.

Gasol feierte einen ganz besonderen Erfolg. Der Center schaffte es als zweiter Spieler, im gleichen Jahr den NBA-Titel zu holen und Weltmeister zu werden. Zum bislang einzigen Mal war dies 2010 Lamar Odom gelungen, nach dem Triumph in der Liga mit den Los Angeles Lakers gewann der heute 39-Jährige damals in der Türkei mit dem Team USA den Titel.

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Argentinien um den flinken Spielmacher Facundo Campazzo brachte seine Offensive in der Anfangsphase überhaupt nicht ins Rollen. Die hellwachen Spanier, die zwei Tage zuvor Australien im Halbfinale nach zweimaliger Verlängerung niedergekämpft hatten (95:88), nutzten die Schwäche konsequent aus und verschafften sich schnell ein Polster (14:2). 

Nach einer Auszeit von Trainer Sergio Hernandez zeigten die Südamerikaner kurzzeitig ihr Potenzial, ließen den Gegner nach dem Zwischenspurt aber wieder davonziehen.

"Wir haben nicht die größten und nicht die athletischsten Spieler. Deshalb müssen wir klug agieren", hatte Hernandez vor dem Endspiel gesagt. Es funktionierte überhaupt nicht. Spanien dominierte bei den Rebounds, verteidigte stark und zwang die Argentinier zu schwierigen Würfen. Der dreimalige Europameister um die Routiniers Gasol und Rudy Fernandez (beide 34), die bereits beim ersten WM-Triumph dabei gewesen waren, überzeugte mit einer geschlossenen Teamleistung.

Auch nach der Pause fanden die im bisherigen Turnierverlauf ungeschlagenen Argentinier überhaupt kein Mittel. Der langjährige NBA-Profi Luis Scola (39), der gerade im Viertelfinale gegen Vizeweltmeister Serbien mit 20 und im Halbfinale gegen Frankreich mit 28 Punkten geglänzt hatte, war kaum ein Faktor. Die erfahrenen Spanier um Topscorer Ricky Rubio (20 Punkte) kontrollierten das Spiel, schon lange vor der Schlusssirene war die Sache entschieden. 


Für die Spanier war es das fünfte Gold und die insgesamt achte Medaille bei einem Großereignis in den vergangenen 15 Jahren. Dreimal gewannen sie in dieser Zeit die EuroBasket (2009, 2011, 2015) und holten einmal Silber (2007), dazu kommt zweimal Silber bei Olympischen Spielen (2008, 2012).

Vor dem Endspiel hatte Frankreich wie vor fünf Jahren Bronze geholt. Im kleinen Finale setzte sich der frühere Europameister mit 67:59 (21:30) gegen Australien durch. Die "Boomers" schafften es auch bei der 18. WM nicht, ihre erste Medaille zu holen.

Die Franzosen, die nach dem Viertelfinalsieg über Titelverteidiger USA etwas überraschend an den Argentiniern gescheitert waren, kämpften sich nach einem 15-Punkte-Rückstand zurück ins Spiel. Nando de Colo (19 Punkte) und NBA-Profi Evan Fournier von Orlando Magic (16) waren die Wegbereiter zum Erfolg. Bei den Australiern kam Joe Ingles als bester Werfer auf 17 Punkte.