Nach Pannen: Spanien will Ryanair schärfer kontrollieren

Mehrere Zwischenfälle in letzter Zeit

Nach einer Reihe von Zwischenfällen bei der Billig-Fluggesellschaft Ryanair will Spanien die Maschinen des Unternehmens schärfer kontrollieren. Da die irische Fluggesellschaft in Spanien viel unterwegs sei, müssten die spanischen Behörden berechtigt sein, "intensivere Inspektionen" vorzunehmen, sagte Infrastrukturstaatsminister Rafael Catalá. Zuletzt waren am Wochenende zwei Flüge wegen technischer Probleme umgeleitet worden.

Wie die Nachrichtenagentur AFP aus spanischen Regierungskreisen erfuhr, bat das Verkehrsministerium in Madrid den EU-Verkehrskommissar Siim Kallas und die irischen Luftfahrtbehörden schriftlich um ein Treffen. Dabei soll es den Angaben zufolge um eine Erweiterung der Kontrollbefugnisse von einzelnen Ländern gegenüber ausländischen Fluggesellschaften gehen, die in dem jeweiligen Staat eine erhöhte Zahl von Flügen anbieten.

Am Samstag war eine Ryanair-Maschine auf dem Weg von Bristol nach Reus im Nordosten Spaniens nach Angaben der Airline wegen eines "möglichen Triebwerkproblems" auf einem Flughafen bei Barcelona gelandet. Die Landung sei "normal" verlaufen, teilte Ryanair mit.

Am Sonntag musste eine Maschine aus Paris auf dem Weg nach Teneriffa in Madrid außerplanmäßig zwischenlanden. Es habe ein "kleines technisches Problem" gegeben, erklärte Ryanair, ohne nähere Angaben zu machen. In Madrid sei das Flugzeug untersucht worden. Mit zwei Stunden Verspätung seien die etwa 160 Fluggäste dann auf Teneriffa gelandet.

Der spanische Flughafenbetreiber AENA hat in jüngster Zeit mehrere Zwischenfälle auf Ryanair-Flügen gemeldet. Derzeit ermitteln die spanischen Behörden vor allem wegen drei Notlandungen, die im Juli wegen Treibstoffmangels beantragt werden mussten. Nach den Notlandungen hatten deutsche Piloten viele Airlines kritisiert, auf sie Druck auszuüben, möglichst wenig Treibstoff zu tanken.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hatte sich vor knapp einer Woche in einem Offenen Brief an die spanische Verkehrsministerin Ana Pastor gewandt. Darin schrieb er, dass es auch bei den spanischen Fluggesellschaften wie Iberia oder Vueling verglichen mit der Zahl ihrer Flüge "das selbe Ausmaß an Routine-Vorfällen" gebe. Aber auch sie böten "genau die exzellente Flugsicherheit" wie Ryanair.

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