Spaniens Ministerpräsident Sanchez wehrt sich gegen Plagiatsvorwürfe

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat Vorwürfen zurückgewiesen, wonach er seine Dissertation zu großen Teilen abgeschrieben haben soll

Spaniens Regierungschef Pedro Sánchez hat Vorwürfe zurückgewiesen, wonach er seine Dissertation zu großen Teilen abgeschrieben haben soll. Die in "bestimmten Medien" verbreitete Information über Plagiate in seiner Doktorarbeit sei "absolut falsch", schrieb Sánchez am Donnerstag im Kurzbotschaftendienst Twitter. Er werde rechtliche Schritte unternehmen, "um meine Ehre und Würde zu verteidigen", fügte der Parteichef der sozialistischen PSOE hinzu.

Die Zeitung "ABC" hatte berichtet, Sánchez habe das Prinzip "Ausschneiden und Einfügen" beim Schreiben seiner Doktorarbeit verwendet. Demnach enthält die Arbeit über Innovationen in Spaniens wirtschaftlicher Diplomatie aus dem Jahr 2012 Abschnitte, die fast Wort für Wort aus einem Artikel eines Wissenschaftskollegen übernommen wurden. Auch die konservative Nachrichtenseite Ok Diaro beschuldigte Sánchez, abgeschrieben zu haben.

Die Privatuniversität Camilo José Cela, an der Sánchez seinen Doktortitel erwarb, sprang dem Ministerpräsidenten zur Seite. Der Doktortitel sei dem PSOE-Politiker unter Berücksichtigung der "im universitären Umfeld üblichen Kontrollen" verliehen worden, hieß es in einer Mitteilung.

Erst am Dienstag war Spaniens Gesundheitsministerin Carmen Monton wegen ähnlicher Anschuldigungen zurückgetreten. Monton habe Noten für Kurse bekommen, ohne diese besucht zu haben, hieß es in spanischen Medien. Ihre Abschlussarbeit habe Plagiate enthalten. Monton wies die Vorwürfe zurück.

Doch nicht nur die Sozialisten, auch die konservative Opposition ist von der Affäre um verdächtige Universitätsabschlüsse verwickelt. Oppositionsführer Pablo Casado von der Partido Popular (PP) wurde zum Rücktritt aufgefordert, weil er seinen Master-Abschluss bekommen haben soll, ohne Kurse besucht oder eine Abschlussarbeit eingereicht zu haben.