Spannungen zwischen Kirgistan und Tadschikistan gehen weiter

Trotz einer Vereinbarung zum Waffenstillstand gehen die Gefechte zwischen Kirgistan und Tadschikistan offenbar weiter. Am Freitag hatten die Präsidenten beider Länder vereinbart, die Feindseeligkeiten zu unterbrechen. Doch schon wenige Stunden später beschuldigten sich beide Länder gegenseitig, die Übereinkunft nichet einzuhalten.

Kirgistan und Tadschikistan streiten seit mehr als 30 Jahren über den Grenzverlauf. Zuletzt gab es nahezu an der gesamten Grenze Kämpfe. Hintergrund ist möglicherweise, dass Russland wegen des Krieges in der Ukraine in der Region nicht mehr so präsent ist.

Die kirgisische Seite sprach in jüngsten Meldungen von 24 Toten. 120.000 Menschen seien aus der grenznahen Region in Sicherheit gebracht worden. Eine unabhängige Bestätigung für diese Zahlen gibt es nicht, ebensowenig wie verlässliche Angaben über die Zahl der Opfer auf tadschikischer Seite.

Auch in anderen Regionen des postsowjetischen Raums eskalierten zuletzt seit Jahren schwelende Konflikte. So griff etwa vor einigen Tagen im Südkaukasus Aserbaidschan sein Nachbarland Armenien an.Beobachter befürchten, dass solche Spannungen zunehmen, weilRussland, das eigentlich in der gesamten Region militärisch sehrpräsent ist, derzeit mit dem Krieg gegen die Ukraine beschäftigt ist.