Sparkassen-Affäre: Erster Zeuge sagt im Bietmann-Prozess aus

Der frühere Geschäftsführer einer Immobilienfirma steht im Zeugenstand.

Im Untreue-Prozess gegen den früheren CDU-Bundestagabgeordneten Rolf Bietmann und zwei Mitbeschuldigte hat am Freitag die Beweisaufnahme mit der Anhörung des ersten Zeugen begonnen. Keiner der Angeklagten hatte zuvor Bereitschaft signalisiert, sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt zu den Vorwürfen äußern.

Wegen der Komplexität der Anklage, in der es unter anderem um Beraterverträge geht, denen mutmaßlich keine Gegenleistungen entsprochen haben, ist eine umfassende Aufarbeitung mit Beleuchtung der Vorgeschichte nötig.

Deshalb ging es am fünften Verhandlungstag zurück in die erste Hälfte der 1990er Jahre, als Bietmann und der mitangeklagte Steuerberater Bernd K. die Immobilienfirma BIP gründeten, die einen Rindermastbetrieb in Gera erwarb und aus der dann die GWG wurde. Als Geschäftsführer und Treuhänder der Gesellschaft wurde 1991 der Zeuge eingesetzt, ein heute 68 Jahre alter Rechtsanwalt. Eigenartig konnten seine Äußerungen dazu anmuten, warum er sich darauf eingelassen hatte.

„Über Geld wurde nicht gesprochen“

Bietmann, ein ehemaliger Kommilitone, habe zu seinem Bekanntenkreis gehört und dessen Kanzlei einen exzellenten Ruf gehabt. Also habe er ohne groß nachzudenken eingewilligt und auch nicht nachgefragt, warum Bietmann nicht selber Geschäftsführer habe werden wollen. Auf die Frage, ob es einen finanziellen Anreiz gegeben habe, sagte der Zeuge: „Über Geld wurde nicht gesprochen.“ Freilich habe er später als eine Art Aufwandsentschädigung geschätzte 15.000 bis 25.000 Euro bekommen.

Einer der Anklagevorwürfe lautet, die Sparkasse Köln-Bonn habe der GEW Kredite von bis zu vier Millionen Euro gewährt, die durch Honorare aus einen Beratervertrag bedient worden seien, den die Immobiliengesellschaft mit einer Tochterfirma der Sparkasse geschlossen hatte. Ohne eine Gegenleistung zu erbringen, habe die GWG auf diese Weise 591.000 Euro eingestrichen. Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt....Lesen Sie den ganzen Artikel bei ksta

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