SPD-Generalsekretär Klingbeil spricht sich für Doppelspitze an Parteispitze aus

Lars Klingbeil

Vor der Sitzung des SPD-Parteivorstands über das weitere Verfahren zur Besetzung des Parteivorsitzes hat Generalsekretär Lars Klingbeil sich für eine Doppelspitze ausgesprochen. "Ich glaube, dass es jetzt für die SPD richtig ist, zu einer Doppelspitze zu kommen", sagte Klingbeil am Montag im ARD-"Morgenmagazin". Dies sei aber nur seine "persönliche Meinung".

Die Sozialdemokraten sollten nach dem "Gegeneinander der letzten Wochen" nun mit "echten Teams" an einer Neuaufstellung arbeiten, forderte der SPD-Generalsekretär. "Selbstverständlich" sei für ihn dabei, dass eine Frau zu der Doppelspitze gehöre. Diese mit zwei Männern zu besetzen, sei seiner Meinung nach "nicht denkbar".

Kritisch äußerte sich Klingbeil zu der Idee, auch Nichtmitglieder über den SPD-Parteivorsitz mit abstimmen zu lassen. Diese hatte der frühere SPD-Bundestagsfraktionschef Thomas Oppermann geäußert. Denkbar sei dies für ihn bei Auswahlprozessen für ein öffentliches Amt wie eine Kanzlerkandidatur, sagte Klingbeil. Da sei die Idee "spannend".

Bei der Entscheidung über den Parteivorsitz der SPD aber sollten die Mitglieder seiner Meinung nach aber "doch das stärkere Wort haben". Eine Entscheidung über die Fortsetzung der Koalition mit der Union im Bund werde die SPD zugleich wie angekündigt auf dem für Dezember geplanten Bundesparteitag treffen, betonte Klingbeil. Dort werde über die "Halbzeitbilanz" der Großen Koalition geredet.

Der SPD-Vorstand will am Montag darüber entscheiden, wie nach dem Rücktritt von Andrea Nahles der Parteivorsitz neu bestimmt werden soll. Unter anderem soll die Basis am Verfahren beteiligt werden - wie genau ist aber noch genauso unklar wie der Zeitrahmen. Der Vorstand könnte vorschlagen, eine Doppelspitze zu installieren.