SPD-Klausur: Müller bekommt unerwarteten Besuch von Franziska Giffey

Nürnberg. Die Inszenierung war perfekt. Einige Minuten früher als angekündigt erschien Franziska Giffey kurz vor der Kaffeepause im Tagungssaal der SPD-Fraktion im Nürnberger Grand Hotel und setzte sich in die erste Reihe. Die Bundesfamilienministerin war ohnehin als Wahlkampfhelferin für SPD-Kommunalpolitiker in Franken unterwegs. Da lag es nahe, den Parteifreunden kurz Hallo zu sagen.

Die Fraktionsspitze um den Vorsitzenden Raed Saleh hatte das Zusammentreffen der Termine genutzt, um den Besuch einzufädeln. Die Hintergedanken waren offenkundig. Denn Giffey wird von vielen in der Berliner SPD bearbeitet, im Mai beim Landesparteitag nach dem Landesvorsitz zu greifen.

Diesen Posten hat noch der Regierende Bürgermeister Michael Müller inne. 2016 hatte der Tempelhofer sich den vier Jahre zuvor verlorenen Landesvorsitz von Jan Stöß zurückgeholt. Dabei profitierte Müller davon, dass die Parteifreunde kurz vor der Abgeordnetenhauswahl offenen Streit vermeiden wollten. Diesmal könnte es aber eng werden für Müller. Einflussreiche Parteikreise arbeiten an einem neuen Personaltableau für die Landesführung mit Giffey als zentraler Figur. Ob das im Einvernehmen oder gegen Müller passieren wird, ist noch nicht ausgemacht. Insofern offenbarte das kurze Aufeinandertreffen der Rivalen in Nürnberg eine Innensicht in die Gefühlslage der Berliner SPD.

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