SPD verteidigt Oberbürgermeisteramt in Leipzig

SPD-Politiker Burkhard Jung

Die SPD hat den Oberbürgermeisterposten in Leipzig verteidigt. Amtsinhaber Burkhard Jung holte am Sonntag im zweiten Wahlgang mit 49,1 Prozent die meisten Stimmen und lag damit knapp vor seinem CDU-Herausforderer Sebastian Gemkow, der laut vorläufigem Ergebnis 47,6 Prozent erhielt. Ute Elisabeth Gabelmann von der Piratenpartei kam als dritte Kandidatin nur auf 3,3 Prozent.

Jung ist seit 2006 Rathauschef in Leipzig. Im Juni vergangenen Jahres wurde der 61-Jährige als erster Oberbürgermeister einer ostdeutschen Stadt zum Präsidenten des Deutschen Städtetags gewählt.

Im ersten Wahlgang vor vier Wochen hatte Jung überraschenderweise noch knapp hinter dem früheren sächsischen Justizminister und amtierenden Wissenschaftsminister Gemkow gelegen. Weil kein Kandidat die nötige Mehrheit erzielte, wurde ein zweiter Wahlgang notwendig.

Am Sonntag traten nur noch drei statt der ursprünglich acht Kandidaten an. Dabei reichte die einfache Mehrheit. Linke und Grüne hatten ihre eigenen Bewerberinnen zuvor zurückgezogen und dazu aufgerufen, Jung zu unterstützen.

Angesichts des knappen Wahlergebnisses und der ebenfalls hohen Zustimmungswerte für den CDU-Politiker Gemkow sprach Jung von einer "gespaltenen Stadt". Er wolle "auf alle zugehen", auch auf jene, die ihn nicht gewählt hätten. Sein Ziel sei, Leipzig als "Leuchtturm" weiterzuentwicklen.

Insgesamt waren rund 470.000 wahlberechtigte Leipziger zur Stimmabgabe aufgerufen. Die Wahlbeteiligung lag bei 48,4 Prozent.

Die Stadt verzeichnete in den vergangenen Jahren einen enormen Zuzug, aktuell hat Leipzig rund 600.000 Einwohner. Zuletzt war die sächsische Kommune wegen Ausschreitungen bei linksextremen Demonstrationen in die Schlagzeilen geraten. Jung verurteilte die Gewalt unter anderem gegen Polizisten.

Der gebürtige Westfale kam 1991 als Lehrer in die sächsische Stadt und wechselte später zunächst als Beigeordneter für Jugend, Schule und Sport ins Leipziger Rathaus, wo er auch Sozialdezernent war. 2006 trat er die Nachfolge im Oberbürgermeisteramt von Wolfgang Tiefensee (SPD) an, der damals als Bundesverkehrsminister nach Berlin wechselte und heute in der Thüringer Landespolitik aktiv ist.