SPD will Geringverdiener-Familien höheres Kindergeld zahlen

Viele Kinder leben in armen Verhältnissen

Die SPD will Familien mit kleinem Einkommen ein höheres Kindergeld zahlen. Bundesfamilienministerin Katarina Barley (SPD) stellte am Dienstag ein Konzept vor, das höhere Leistungen für Geringverdiener-Familien vorsieht. Sie verdienten häufig zu viel, um Hartz IV in Anspruch nehmen zu können, aber zu wenig, um steuerliche Vorteile genießen zu können, sagte die Ministerin. Dies betrifft nach Barleys Angaben rund eine Million Kinder in Deutschland.

"Alle Kinder sollen die Chance auf ein gutes Aufwachsen haben", sagte Barley bei der Vorstellung ihres Konzepts. "In Deutschland sind zu viele Menschen abgehängt."

Das Konzept der SPD-Politikerin sieht vor, das derzeitige Kindergeld von 192 Euro für das jeweils erste und zweite Kind um den Kinderzuschlag von 170 sowie zusätzlich 31 Euro aufzustocken. Dadurch entsteht ein Betrag von 393 Euro. Für die dritten Kinder sollen 399 Euro gezahlt werden, für vierte und mehr Kinder 416 Euro.

Dadurch werde das durchschnittliche Existenzminimum der Kinder abgesichert, sagte Barley. Die Leistung soll mit steigendem Einkommen der Eltern kontinuierlich absinken, allerdings langsam: Für zehn Euro, die die Familie mehr verdient, sollen nur vier Euro Kindergeld abgezogen werden. Wer wieviel Kindergeld bekommt, hängt vom Einzelfall ab.

Grob gerechnet würden Barley zufolge Familien mit zwei Kindern bei einem Bruttoeinkommen von 2000 Euro die volle Förderung nach ihrem Modell erhalten, die zusätzliche Unterstützung würde bei einem Einkommen von 3600 enden - dann gäbe es nur noch das normale Kindergeld von 192 Euro für das erste und das zweite Kind. Die Gesamtkosten bezifferte Barley auf 2,5 Milliarden Euro. Dabei sind allerdings Einsparungen von 200 Millionen Euro bei Hartz IV mit einbezogen.

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