Spektakuläre Kriminalaffäre: Wie tief war der "Sachsensumpf" wirklich?

In Dresden beginnt der Prozess um einen vermeintlichen Korruptionsfall.

Zehn Jahre ist es her, da erschütterte eine ebenso spektakuläre wie verwirrende mutmaßliche Kriminalaffäre den Freistaat Sachsen. Der Inhalt geheimer Verfassungsschutzakten schien damals ein vermeintliches Netzwerk korrupter Seilschaften in Politik, Justiz und Organisierter Kriminalität freizulegen. Die – allerdings mit wenig Nachdruck geführten – Ermittlungen der Polizei förderten jedoch kaum Belege für den sogenannten Sachsensumpf zutage. Und auch zwei parlamentarische Untersuchungsausschüsse des Dresdner Landtages vermochten es nicht, die tatsächlichen Hintergründe der Affäre aufzuklären. Nun beginnt das juristische Schlusskapitel.

An diesem Dienstag stehen eine ehemalige Verfassungsschützerin und ein Kriminalbeamter in Dresden vor Gericht. Ihnen wird der in Deutschland eher selten angewandte Straftatbestand der Verfolgung Unschuldiger beziehungsweise Beihilfe dazu vorgeworfen. Bei einem Schuldspruch droht den Angeklagten mindestens ein Jahr Freiheitsstrafe.

Besonders brisanter Vorgang „Abseits III“

Hauptangeklagte ist Simone H., die drei Jahre lang, von 2003 bis 2006, im Dresdner Landesamt für Verfassungsschutz (LfV) das Referat für Organisierte Kriminalität (OK) geleitet hatte. H. und ihre zwölf Mitarbeiter trugen damals zusammen, was sie von V-Leuten mit Decknamen wie „Jaguar“, „Asterix“ oder „Gemag“ über die OK im Freistaat und deren Verbindungen in Politik und Wirtschaft erfahren hatten. Ein besonders brisanter Vorgang trug behördenintern die Bezeichnung „Abseits III“. Er führte Erkenntnisse zusammen über mutmaßliche kriminelle Machenschaften in Leipzig von 1990 bis etwa 2004/2005.

Den Informanten aus der Leipziger Szene zufolge sollen...Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung

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