Spektakuläre Seebühne beim 58. Jazz Festival in Montreux

Montreux (dpa) - Eine Bühne direkt auf den Genfersee gebaut, dahinter ein Panorama mit Bergen und Sonnenuntergang: Dort hat gestern Abend das 58. Montreux Jazz Festival begonnen. Eingeweiht wurde die Bühne von Trombone Shorty & Orleans Avenue, die rund 5000 Fans unter freiem Himmel mit einem Mix aus Jazz, Funk, Rock und Hip-Hop einheizten.

Als die Sonne über dem See nach einem perfekten Sommertag untergegangen war, kam Multitalent Jon Batiste im goldenen Glitzeranzug. Dem Jazzer, der auch Pop, Klassik und R&B bietet, war das Publikum zu brav. «I want to see your body rock!», rief er in die Menge und brachte viele der mehr als 4000 Menschen zum Tanzen und Mitsingen.

Einmalige Seebühne als Notlösung

Die temporäre Bühne ist nötig, weil die sonst genutzten Konzertsäle Auditorium Stravinski und Montreux Jazz Lab wegen Renovierungen geschlossen sind. Bis zum 20. Juli stehen Hunderte Konzerte und Veranstaltungen auf dem Programm, davon viele kostenlos. Mehr als dreißig Konzerte werden live auf YouTube übertragen. Vor Ort waren im vergangenen Jahr 250.000 Besucherinnen und Besucher.

Eines der Highlights im Programm ist Kraftwerk. Die Pioniere des Elektropop sollen am 11. Juli auftreten, auch auf der Seebühne.

Die zweite große Bühne ist im Kasino. Das alte Gebäude war in den 70er-Jahren abgebrannt. Das hatte die Gruppe Deep Purple damals zu ihrem Hit «Smoke on the Water» inspiriert. Die 1968 gegründete britische Rockband soll zum zehnten Mal in Montreux dabei sein.

Montreux-Legenden

Deep Purple gehört zu Montreux wie einst Freddie Mercury (1946-1991), der Leadsänger von Queen. Er war 1978 erstmals dort und hat später teils in Montreux gelebt. Eine Bronzestatue am Genfersee erinnert an den legendären Sänger.

Der Name des 1967 gegründeten Festivals ist irreführend: Außer Jazz sind dort seit Jahrzehnten auch Soul und Funk, Pop, Hip-Hop, Afrobeats, Classic Rock und andere Musikstile vertreten. Montreux gilt als Startrampe für die Karriere vieler Stars. Darunter sind etwa der US-Rapper Kendrick Lamar sowie der britische Singer-Songwriter Ed Sheeran.