"Spiegel": Bundesanwaltschaft ermittelt gegen syrischen Arzt aus Hessen

Die Bundesanwaltschaft ermittelt einem "Spiegel"-Bericht zufolge gegen einen syrischen Arzt aus Hessen. Er werde verdächtigt, in seiner Heimat Verbrechen gegen die Menschlichkeit begangen zu haben, berichtete das Magazin am Freitag. Vier Zeugen hätten sich gegenüber dem "Spiegel" und dem Nachrichtensender Al-Dschasira geäußert. Der Arzt wies demnach über seinen Anwalt alle Vorwürfe zurück. Die Bundesanwaltschaft wollte sich auf Anfrage zu dem Bericht nicht äußern.

Zwei Zeugen werfen dem Arzt laut "Spiegel" vor, in seiner Funktion als Mediziner in einem Militärkrankenhaus festgenommene Männer geschlagen und getreten zu haben. Zwei ehemalige Ärzte gaben demnach an, er habe unter anderem einen eingelieferten Regimegegner absichtlich ohne Betäubung operiert.

Der Beschuldigte ließ dem Magazin zufolge über seinen Anwalt mitteilen, er habe als Zivilangestellter des Militärkrankenhauses keinen Zugang zu Haftanstalten des Regimes gehabt. Die Vorwürfe der beiden Ex-Kollegen seien Verleumdungen aus dem radikalislamischen Umfeld. Die beiden Ärzte störe, dass er seinen christlichen Glauben frei lebe.