"Spiegel": Türkei schiebt weitere deutsche IS-Anhängerin nach Deutschland ab

Die Türkei schiebt offenbar eine weitere deutsche IS-Anhängerin mit vier kleinen Kindern nach Deutschland ab. Die Frau solle am späten Dienstagabend mit einem Linienflug von Turkish Airlines von Istanbul nach Frankfurt zurückkehren, berichtete das Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Die Türkei hatte Mitte November bereits mehrere mutmaßliche deutsche Anhänger der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in ihre Heimat ausgewiesen.

Nach Angaben des "Spiegel" handelt es sich bei der Frau, die am Dienstag abgeschoben wurde, um die 30-jährige Lorin S. aus Niedersachsen. Sie sei vor einigen Jahren nach Syrien gereist und habe dort einen IS-Kämpfer geheiratet, der später getötet worden sei, berichtete das Nachrichtenmagazin. Sie habe in Syrien vier Kinder zur Welt gebracht, darunter Zwillingsjungen im April. Die anderen Kinder seien zwei und drei Jahre alt.

Die Türkei hatte Anfang November angekündigt, verstärkt ausländische Dschihadisten in ihre Heimatländer auszuweisen. Mitte November kehrte ein Paar aus Hildesheim mit fünf teils erwachsenen Kindern nach Berlin zurück. Zudem wurden zwei Frauen ausgewiesen, die sich der IS-Miliz in Syrien angeschlossen haben sollen. Eine von ihnen wurde bei der Ankunft in Deutschland festgenommen. Auch Lorin S. soll laut dem "Spiegel" festgenommen werden.

Laut der Zeitung "Hürriyet" will die Türkei zunächst 959 Verdächtige abschieben, darunter knapp 600 Iraker und Syrer, aber auch rund 30 Bürger europäischer Staaten. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sagte seinerseits, dass sich 1216 IS-Anhänger aus 40 Ländern in türkischer Haft befänden. Ein Teil von ihnen war bei der jüngsten türkischen Militäroffensive in Nordsyrien festgenommen worden. Unter ihnen sind auch viele Kinder.