Ökonomen-Gruppe kritisiert Habecks Wirtschaftspolitik

BERLIN (dpa-AFX) -Eine Gruppe von Ökonomen hat sich kritisch zur Politik von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck geäußert. Der Grünen-Politiker setze etwa zu stark auf milliardenschwere Subventionen für mutmaßliche Zukunftstechnologien wie Computer-Chips, bemängelten die Wirtschaftswissenschaftler am Freitag in Berlin. Dort stellten sie eine Analyse mit dem Titel "Wirtschafts- und Industriestandort Deutschland in Gefahr? Was zu tun ist und was man unterlassen sollte" vor.

Der sogenannte Kronberger Kreis ist ein Gremium marktliberaler Ökonomen und der wissenschaftliche Beirat der Stiftung Marktwirtschaft, die sich als unabhängig beschreibt. Die Stiftung tritt nach eigenen Angaben für die soziale Marktwirtschaft, "für mehr Freiheit, mehr Markt und mehr Eigenverantwortung" ein. Die Hälfte der sechs Mitglieder des "Kronberger Kreises" berät Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP).

Statt einzelne Unternehmen oder Sektoren zu fördern, müsse der Staat gute wirtschaftliche Rahmenbedingungen schaffen, sagte der Wirtschaftswissenschaftler Volker Wieland. "Strukturwandel mit staatlichen Interventionen steuern oder aufhalten zu wollen, hat sich in der Vergangenheit oft als teure Sackgasse erwiesen."

Ifo-Präsident Clemens Fuest kritisierte auch den von Habeck geforderten subventionierten Industriestrompreis für energieintensive Unternehmen. Stattdessen solle das Energieangebot ausgeweitet werden, etwa mit heimischer Förderung von Schiefergas oder auch einem späteren Wiedereinstieg in die Atomenergie, argumentierte Fuest.