Asamoah über Rassismus: "DFB kann noch mehr tun"

Gerald Asamoah hat Schalke zum Saisonende verlassen
Gerald Asamoah hat Schalke zum Saisonende verlassen

Ex-Nationalspieler Gerald Asamoah sorgt sich um den zunehmenden Rassismus in Deutschland und möchte diesen weiter bekämpfen. "Ich gebe nicht auf. Ich habe Kinder. Die müssen eine Zukunft haben. Dafür setze ich mich ein", sagte der 45-Jährige am Dienstag in der deutschen Botschaft in Den Haag und fragte sich: "Wann beginnt der Mensch zu denken, du siehst anders aus und gehörst nicht dazu?"

Der Vize-Weltmeister von 2002 wird seit seiner Ankunft aus Ghana in Frankfurt 1990 mit Rassismus konfrontiert. "In Cottbus wurden bei einem Spiel Bananen geworfen und das N-Wort gebraucht. Ich war 17 Jahre alt und habe nach dem Spiel geweint. Mit 12 habe ich auf dem Schulhof in Hannover das N-Wort kennengelernt. Für mich war der Anfang in Deutschland ein Schock, denn ich kannte das Land von einem Otto-Katalog, den meine Mutter in Ghana hatte. Die Wirklichkeit ist anders", sagte der 43-malige Nationalspieler.

"Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) macht sehr viel. Er kann aber immer noch mehr tun. Ich habe ein Problem damit, dass wir erst immer reagieren, wenn etwas passiert ist", sagte das Schalke-Idol. Seiner Meinung nach könne eine Lösung nur über Gespräche mit den Betroffenen gefunden werden. Als Fußball-Botschafter stellt Asamoah den an der Europameisterschaft teilnehmenden Ländern das Gastgeberland vor.

Trotz der im Vergleich zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006 veränderten gesellschaftlichen Situation hält Asamoah ein weiteres Sommermärchen in Deutschland für möglich. "Die Europameisterschaft bedeutet viel für Deutschland. Sie ist ein Event, das es schaffen könnte, dass sich Menschen wieder in den Armen liegen. Wir hatten Corona. Ich hoffe, dass wir es wieder schaffen können. Sportlich gesehen kann unter Nagelsmann viel passieren", meinte Asamoah.