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Austin-Protest! Haas will nachkarten

Muss das Ergebnis des Großen Preis der USA nochmal umgeschrieben werden? Geht es nach Haas, lautet die Antwort: Ja. Der US-Rennstall will sein Right of Review geltend machen, da Track-Limit-Vergehen aus Sicht der US-Amerikaner nicht entsprechend geahndet wurden.

Insgesamt haben die Rennställe 14 Tage Zeit, eine Überprüfung zu beantragen, womit das Team von Günther Steiner noch innerhalb der Frist liegt. Dennoch zeigte sich Dr. Helmut Marko alles andere als begeistert von diesem Vorstoß.

Zwar könne er nicht beurteilen, inwieweit Haas neue Beweise vorlegen könne, „aber ich finde es schlecht, wenn man nachträglich eine Resultatsveränderung hat mit diesen lästigen Track-Limits“, schimpfte er im Rahmen des Brasilien-Sprints bei Sky über dieses schon seit längerem bestehende Problem in der Formel 1. „In diesem Milliardensport – entweder man ist drüber oder nicht. Das muss man doch in Sekundenschnelle feststellen können.“

FIA gibt Lücke zu

Vollkommen aus dem Blauen heraus kommt der Haas-Vorstoß jedoch nicht. Bereits direkt nach dem Austin-Rennen gab es Aufnahmen von Onboard-Kameras, die Track-Limit-Verstöße vor allem in Kurve sechs belegten. Allerdings musste die FIA zugeben, dass die Überwachungsmethoden an dieser Stelle nicht ausgereicht hätten, um die Vergehen zu belegen.

Daher sieht Haas die Aufnahmen aus den Onboard-Kameras nun als neue Beweise, welche eine Neubewertung möglich machen sollen. Denn in Artikel 14.1.1 des FIA-Reglements heißt es: „Wenn bei Wettbewerben der FIA (...) ein relevanter neuer Beweis aufkommt, der den untersuchenden Personen zum Zeitpunkt der Entscheidungsfindung nicht zur Verfügung stand, kann ein Antrag auf Untersuchung gestellt werden.“

Hülkenberg noch in die Punkteränge?

Ausschlaggebend ist hier der Part „relevanter neuer Beweis“. Für Haas sind die Onboard-Kameras dieser relevante neue Beweis. Nun muss entschieden werden, ob dies zutrifft. Wenn ja, könnte es zu nachträglichen Strafen kommen, womit das Ergebnis neu gelistet werden muss.

Haas hofft auf genau diesen Fall. Nico Hülkenberg war in Austin mit Rang elf nur knapp an WM-Punkten vorbeigeschrammt. Sollte nur ein Fahrer Plätze verlieren, könnte der Deutsche nachträglich noch WM-Punkte ergattern.