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Baulöwe Kurt Zech hat ein riesiges Imperium aufgebaut — aber ob eines seiner Kinder die Nachfolge übernimmt, ist offen

Trotz der aktuellen Baukrise soll Zechs Firma in diesem Jahr Bauleistungen in Höhe von 4,6 Milliarden erbringen. - Copyright: picture alliance/dpa | Soeren Stache
Trotz der aktuellen Baukrise soll Zechs Firma in diesem Jahr Bauleistungen in Höhe von 4,6 Milliarden erbringen. - Copyright: picture alliance/dpa | Soeren Stache

Kurt Zech zählt zu den mächtigsten Bauherren Deutschlands. Als geschäftsführender Gesellschafter und Vorstandsvorsitzender der Zech Group betreibt er die fünftgrößte Baufirma des Landes.

Wie die "Wirtschaftswoche" (Wiwo) berichtet, besteht sein Imperium mittlerweile aus 300 Bau- und Projektentwicklungsgesellschaften, darunter Bauunternehmen wie Zechbau, Muntebau und Wayss & Freitag. Allerdings gehören auch Betonfertigteilwerke, Fachplanungsbüros für technische Gebäudeausrüstung, Hotels, Reedereien und Firmen der Agrarindustrie zu seinen Aktivitäten.

An seinem Erfolg arbeitet Kurt Zech seit 45 Jahren. Mit einem Partner übernahm er 1978 das Geschäft seines Vaters Kurt Zech und gründete die Kurt Zech GmbH in Bremen. Seitdem errichtet er Wohnhäuser und Einkaufszentren, baut Straßen und Tunnel, saniert Umweltschäden und jagt nach insolventen Firmen. Geschäftstechnisch lässt er sich also kaum eine Gelegenheit entgehen – er wolle "zugreifen können, wenn eine fertig gebratene Taube vorbeigeflogen kommt", erzählte er gegenüber der "Wirtschaftswoche".

Ganz unumstritten ist der 66-jährige Kurt Zech allerdings nicht. Im Jahr 2002 wurde ihm nach dem Umbau des Weserstadions und des Polizeipräsidiums Korruption angelastet. Die Vorwürfe wehrte er jedoch ab und die Staatsanwaltschaft stellte die Ermittlungen schließlich ein, ohne Geldbußen zu fordern.

Der Baulöwe macht Umsätze in Milliardenhöhe

Zechs Strategie scheint gut zu funktionieren. Im Jahr 2022 erbrachte seine Firma Bauleistungen im Wert von 4,3 Milliarden Euro. In diesem Jahr sollen es laut "Wiwo" trotz der aktuellen Baukrise sogar 4,6 Milliarden werden. Doch nicht nur mit dem Bauen macht er Geschäfte. Auch Zechs Anteile an der Lloyd-Werft in Bremerhaven sollen dem Bericht zufolge dazu dienen, "das Vermögen der Familie Zech zu verwalten und generationsübergreifend zu bewahren." Das genaue Vermögen von Kurt Zech bleibt aber im Verborgenen. So ist etwa nicht bekannt, wie hoch die Mietgewinne seiner 20 Hotels sind. Ein Blick auf seine geschätzt 35 Millionen teure Yacht bestätigt jedoch, dass es dem Immobilieninvestor finanziell mehr als nur gut geht.

In wessen Hände die Verantwortung für das Immobilien-Imperium nach Kurt Zech fallen wird, ist derweilen nicht bekannt.

Es sei "eine wahnsinnige Aufgabe, das Unternehmen auf eine Nachfolge vorzubereiten", erklärte Zech gegenüber der "Wirtschaftswoche". Demnach hat Zech je ein Vierteil der Zech-Group-Anteile an seine beiden Töchter und seinen Sohn übertragen, rechnet "im Augenblick" jedoch nicht damit, "dass eines der Kinder in die operative Verantwortung geht". Möglicherweise spielt dabei die Scheidung von seiner Frau Maja eine Rolle. Sie warf Kurt Zech einen würdelosen Umgang mit ihr vor und bezeichnete ihn im Gespräch mit der "Bild"-Zeitung als "rücksichtslos und egoistisch". Ein Chaos wie im Falle Tengelmann oder Thiele will Zech nach seinem Ausscheiden dennoch nicht hinterlassen.

stm