Nach Blackout in Bremen: Bochum will "wieder aufstehen"

Miese Stimmung: VfL-Spieler Kevin Stöger (IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON)
Miese Stimmung: VfL-Spieler Kevin Stöger (IMAGO/Malte Ossowski/SVEN SIMON)

Mit hängenden Köpfen schlichen Kevin Stöger und seine Mitspieler vom VfL Bochum in den Teambus und traten "mit einer Scheißfresse" die Heimreise an. Nach dem ihrem Blackout in Bremen (1:4) muss die Mannschaft von Trainer Heiko Butscher in die Relegation, dem Klub, der noch vor zwei Wochen gerettet schien, droht der Absturz in die Zweitklassigkeit.

"Wir sind natürlich wahnsinnig enttäuscht", sagte Butscher nach dem Horror-Auftritt an der Weser, versuchte aber sofort die Sinne für den bevorstehenden Showdown gegen Fortuna Düsseldorf zu schärfen. "Wir müssen die Kurve kriegen und die Köpfe wieder hochkriegen. Wir müssen Zuversicht ausstrahlen, sehr schnell wieder in den Arbeitsmodus kommen und einige Dinge anpassen und besser machen gegen Fortuna Düsseldorf", sagte der Coach.

Das freie Pfingstwochenende war für die VfL-Profis natürlich gestrichen, stattdessen setzte Butscher für Sonntag eine Einheit an. "Freie Tage bringen uns jetzt nicht weiter", sagte er: "Wir müssen uns wieder mehr mit Fußball beschäftigen. Wir haben jetzt noch zwei Zusatzspiele und die müssen wir siegreich gestalten. Wir haben immer noch die Möglichkeit in der ersten Liga zu bleiben, und genau um das geht es."

Der Bundesliga-Drittletzte trifft zunächst am Donnerstag (20.30 Uhr/Sky und Sat.1) im Hinspiel zu Hause auf den Zweitliga-Dritten Düsseldorf. Das Rückspiel steigt am 27. Mai (20.30 Uhr/Sky und Sat.1). "Wir sind der Erstligist, da gehst du immer irgendwie als Favorit rein. Aber die Schultern hängen jetzt erstmal", so Butscher.

Immerhin: In der seit 2009 wieder eingeführten Relegation hat sich in bisher 15 Duellen zwölfmal der Bundesligist durchgesetzt - dies entspricht einer Quote von 80 Prozent. Düsseldorf (2012 gegen Hertha BSC) gehört allerdings zu jenen drei Teams, die neben dem 1. FC Nürnberg, der 2009 Energie Cottbus ausschaltete, und Union Berlin (2019 gegen VfB Stuttgart) als Zweitligist den Aufstieg realisiert haben.

"Wenn die Köpfe jetzt sinken, wird es nicht funktionieren", sagte Bochums Kapitän Anthony Losilla. Die Mannschaft, "die eine bessere Mentalität hat", werde es schaffen. Und Kevin Stöger meinte: "Wer den VfL kennt, der weiß, dass wir in so einer Situation wieder aufstehen. Genau in solchen Situationen sind wir normalerweise immer wieder stark genug."

Gegen Bremen war das allerdings nicht der Fall. Und weil Union Berlin im Parallelspiel gegen den SC Freiburg (2:1) in der Nachspielzeit traf, rutschte der VfL im letzten Moment noch auf Platz 16 ab. Nun droht den Bochumern nach drei Jahren in der 1. Liga der Abstieg.