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Brand vor EM-Halbfinale: "Noch nichts erreicht"

Erwartet Hunger: Hiener Brand (IMAGO/Eibner-Pressefoto)
Erwartet Hunger: Hiener Brand (IMAGO/Eibner-Pressefoto)

Handball-Ikone Heiner Brand stimmt die deutschen Nationalspieler mit einer Warnung vor verfrühter Selbstzufriedenheit auf das EM-Halbfinale am Freitagabend (20.30 Uhr/ZDF und Dyn) gegen Weltmeister Dänemark ein. "Die Freude ist da", sagte Brand bei Sky über den Sprung in die Medaillenrunde, "auf der anderen Seite war das aber vor heimischem Publikum auch als Minimalziel ausgegeben worden. Erreicht ist noch nichts."

Nach Einschätzung von Deutschlands früherem Weltmeister-Trainer wird die Leistung von Nationaltorwart Andreas Wolff im Duell mit den Dänen ein entscheidender Faktor für Erfolg oder das abermalige Ende aller Titelträume sein. "Andreas Wolff ist schon das Rückgrat, sensationell, auf ihn setze ich gegen Dänemark mit einer guten Abwehr. Dass Wolff überragend hält, ist die Grundlage für einen möglichen Sieg gegen Dänemark", meinte Brand.

Zudem müsste das Team von Bundestrainer Alfred Gislason "sehen, dass man wenig technische Fehler und die Dänen damit nicht stark macht", mahnte der 71-Jährige: "Dann ist alles möglich." Wichtig seien neben Abwehr und Torwart auch "die Chancenverwertung und ein dynamisches Spiel, um die dänische Defensive vor Probleme zu stellen".

Die bisherigen EM-Auftritte der Gastgeber auf ihrer Jagd nach dem ersten Titel seit dem EM-Gold vor acht Jahren fasste Brand einschließlich des "offensiv katastrophalen Spiels" in der Hauptrunde gegen Österreich (22:22) als "wechselhaft" zusammen. Die 24:30-Niederlage zum Hauptrunden-Abschluss am Mittwoch gegen Kroatien hingegen hält der Gummersbacher angesichts der Umstände für "schwierig einzuordnen".

Für Brand ist Dänemark gegen die deutsche Mannschaft "eigentlich favorisiert", allerdings schätzt der Weltmeister von 1978 den Heimvorteil mit der "besonderen Atmosphäre" in der Kölner Arena hoch ein: "Die Arena setzt den Gegner unter Druck und kann die deutsche Mannschaft natürlich auch pushen – in Phasen der Schwäche, aber vielleicht auch in Phasen, wo es gut läuft, dass man dann auf diesem hohen Niveau weiterspielt."