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Champions League vs. WTT: Neuer Zoff um Tischtennis-Termine

Zwischen den Stühlen: Patrick Franziska (ATTILA KISBENEDEK)
Zwischen den Stühlen: Patrick Franziska (ATTILA KISBENEDEK)

Die nachträgliche Ansetzung des WTT-Turniers in Südkorea zur parallelen Champions-League-Endrunde an Ostern in Saarbrücken sorgt bei den beteiligten Teams der Tischtennis Bundesliga (TTBL) für großen Unmut. Gastgeber und Titelverteidiger 1. FC Saarbrücken sowie Vorjahresfinalist Borussia Düsseldorf werfen dem Turnier-Veranstalter des Weltverbandes ITTF Wortbruch vor. Stars wie der Saarbrücker Nationalspieler Patrick Franziska fühlen sich in einer Zwickmühle.

"Es gab ein Gespräch mit WTT beim Turnier im Herbst in Frankfurt und auch ein an uns weitergeleitetes Versprechen an den Europaverband ETTU, dass an Ostern keine anderes Turnier stattfindet, aber WTT zieht ihr Ding einfach durch", sagte Düsseldorfs Manager Andreas Preuß dem SID. Saarbrückens Teammanager und Endrunden-Organisator Nicolas Barrois spricht ebenfalls von mangelnder Verlässlichkeit: "Klare Absprachen wurden nicht eingehalten."

Der Termin für die Final-Four-Premiere in der Königsklasse steht seit vergangenem Sommer fest. Das WTT-Turnier in Incheon hingegen wurde erst nachträglich kurz vor Weihnachten in den Kalender aufgenommen.

Saarbrückens und Düsseldorfs Asse müssen allerdings zur Vermeidung von Sanktionen wie Geldstrafen oder Abzügen von Weltranglistenpunkten in Asien aufschlagen und reisten aus diesem Grund auch mit Einverständnis ihrer Vereine zum WTT-Wettbewerb an. Das gilt auch für die Spieler des ebenfalls für Saarbrücken qualifizierten TTBL-Aussteigers TTC Neu-Ulm. Im schlechtesten Fall kehren die Endrunden-Asse erst am Ostersonntag wenige Stunden vor Beginn der Halbfinals wieder aus Südkorea nach Deutschland zurück.

Franziska fühlt sich dadurch bei seinem Start in Incheon zwischen allen Stühlen. "Der Spagat ist schwierig", sagte der WM-Dritte im Doppel auf SID-Anfrage: "Einerseits ist für die Spieler die Weltrangliste gerade vor Olympia wichtig. Andererseits wären wir ohne unsere Vereine gar keine Profis, und für die Vereine ist es jetzt blöd, wenn wir mit einem Jetlag anreisen und nicht so auf ein Riesenhighlight vorbereitet sind, wie es wünschenswert wäre."