Dachverband der Fanhilfen über Polizeieinsätze besorgt

Die Polizei soll bei den Spielen für Sicherheit sorgen (Ralf Ibing)
Die Polizei soll bei den Spielen für Sicherheit sorgen (Ralf Ibing)

Der Dachverband der Fanhilfen blickt besorgt auf die Fußball-Saison 2023/24 zurück. In seinem Saisonbericht seien 24 Fälle von "übergriffigem und unangemessenem Verhalten" der Polizei dokumentiert. Die große Anzahl stelle "ein trauriges Novum dar", sagte Linda Röttig, Mitglied im Vorstand des Dachverbandes, in einer Medienrunde am Mittwoch. Es sei eine "Saison der Polizeigewalt" gewesen - vor allem im Hinblick auf die EM sieht der Dachverband Probleme.

"Die Polizei hat den aktuellen Liga-Alltag genutzt, um nicht nur Fans ganz bewusst einzuschüchtern, sondern eben auch um Einsatztaktiken und gezielte Aktionen für das Turnier zu erproben", sagte Oliver Wiebe, der auch in der Magdeburger Fanhilfe aktiv ist. Deshalb fordert der Dachverband Maßnahmen vom Deutschen Fußball-Bund und der Politik. "Damit die EM und auch die darauffolgende Saison in der Liga nicht zu einem absoluten Albtraum für aktive Fußballfans wird".

Konkret soll es eine Klarstellung zur Vermischung von Fans und Terroristen sowie ein Pfefferspray-Verbot in den deutschen Stadien gefordert geben. Außerdem fordert der Dachverband einen von der Politik initiierten Runden Tisch "Polizeigewalt". Auch die einzelnen Vereine sollen "sich mit allen Mitteln dagegen zur Wehr setzen, dass ihre Fans von der Polizei derart drangsaliert werden", so Röttig.