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Devisen: Euro rutscht zum US-Dollar auf tiefsten Stand seit Ende März

FRANKFURT (dpa-AFX) -Der Kurs des Euro EU0009652759 hat am Mittwoch einen zwischenzeitlichen Erholungsversuch abgebrochen und ist wieder unter Druck geraten. Die Gemeinschaftswährung erreichte am Mittag das Niveau von Ende März und kostete zuletzt 1,0752 US-Dollar. Damit knüpfte der Euro an seine Verluste seit Anfang Mai an. Die Europäische Zentralbank hatte den Referenzkurs am Dienstagnachmittag auf 1,0779 Dollar festgesetzt.

Zuletzt hat der Euro unter anderem unter einer breit angelegten Stärke des Dollar gelitten. Die US-Währung profitiert von der Hoffnung, dass der Schuldenstreit in den USA noch rechtzeitig gelöst wird und ein Zahlungsausfall vermieden werden kann. Zudem sorgten schwache Konjunkturdaten aus der Eurozone für Druck. Am Mittwoch wurde bekannt, dass sich die vom Ifo-Institut gemessene Stimmung in der deutschen Wirtschaft im Mai erstmals seit einem halben Jahr wieder eingetrübt hat.

Davon abgesehen rückt am Devisenmarkt die US-Geldpolitik wieder stärker in den Fokus der Anleger. Am Abend wird die US-Notenbank Fed das Protokoll der jüngsten Zinssitzung veröffentlichen. Anleger erhoffen sich Hinweise auf die nächste Zinsentscheidung der Fed Mitte Juni. Zuletzt zeigten Aussagen aus den Reihen der Notenbank, dass es unterschiedliche Meinungen gibt, ob eine weitere Zinserhöhung im Kampf gegen die hohe Inflation notwendig ist oder nicht.

Das britische Pfund profitierte nur kurz von Preisdaten und gab zuletzt gegenüber dem Euro und dem Dollar nach. In Großbritannien hat sich der allgemeine Inflationsdruck im April nicht so stark abgeschwächt, wie von Analysten prognostiziert. Die weniger schwankende Kerninflation, also die Teuerung abzüglich preisvolatiler Güter wie Energie oder Lebensmittel, legte sogar zu statt wie erwartet zu stagnieren.

Zu den weiteren Verlierern am Devisenmarkt zählte der Neuseeland-Dollar, der im Handel mit allen anderen wichtigen Währungen unter Druck stand. Zuvor hatte die Notenbank des Landes den Leitzins zwar wie erwartet um 0,25 Prozentpunkte auf 5,50 Prozent angehoben. Allerdings machte die Zentralbank des Inselstaates deutlich, dass keine weitere Zinserhöhung zur Eindämmung der Inflation notwendig sei.