Flensburg gibt Champions-League-Rennen nicht verloren

Treffsicher: Flensburgs Starspieler Johannes Golla (IMAGO/Eibner Pressefoto/Marcel von Fehrn)
Treffsicher: Flensburgs Starspieler Johannes Golla (IMAGO/Eibner Pressefoto/Marcel von Fehrn)

Handball-Bundesligist SG Flensburg-Handewitt gibt das Rennen um den zweiten Champions-League-Platz noch nicht verloren. Durch einen ungefährdeten 41:30 (18:11)-Erfolg im Nachholspiel beim krisengebeutelten Nordrivalen HSV Hamburg verkürzte der Ex-Meister seinen Rückstand auf den Tabellenzweiten Füchse Berlin vor den letzten drei Spielrunden auf nur noch vier Punkte. Die Gastgeber waren bei ihrem ersten Auftritt nach der Verweigerung ihrer neuen Lizenz chancenlos und mussten durch das Debakel ihre sechste Heimniederlage quittieren.

HSV-Trainer Torsten Jansen wollte die Ungewissheit um die Erstliga-Zukunft der Hanseaten nicht als Grund für eine schwache Leistung seiner Mannschaft gelten lassen. "Wir sind im Wartestand und können nicht beeinflussen, was geschehen wird, deswegen schauen wir auch nur auf uns", sagte der Coach im Dyn-Interview.

Flensburg erspielte sich zehn Tage vor seinem Auftritt bei der European-League-Endrunde an gleicher Stelle seinen achten Saisonerfolg in einer fremden Halle jedoch in absolut souveräner Manier. Nach Hamburgs einziger Führung im gesamten Spielverlauf nach den Anfangsminuten (4:3) zog die Mannschaft des dänischen SG-Trainers Nicolej Krickau davon und baute sich ein komfortables Polster. Angesichts eines Rückstands von sieben Treffern war der HSV praktisch schon zur Pause geschlagen und konnte nach dem Seitenwechsel keine nennenswerte Schadensbegrenzung mehr betreiben.

Nationalmannschafts-Kapitän Johannes Golla war mit acht Treffern erfolgreichster Gäste-Werfer. "Ich freue mich immer, wenn ich meinen Teil zu einem Sieg beitragen kann, aber es war insgesamt ein gelungenes Auswärtsspiel von uns", resümierte Golla zufrieden, monierte aber dennoch auch einen Schlendrian in der Defensive: "Wir lassen es hinten zu oft schleifen, weil wie vorne fast immer treffen." Bei den in der Schlussphase eingebrochenen Gastgebern verbuchte Zoran Ilic mit sechs Toren die beste Ausbeute.