Das Formel-1-Reife(n)zeugnis des SID: Imola

Überglücklich: Verstappen jubelt in Imola (ANDREJ ISAKOVIC)
Überglücklich: Verstappen jubelt in Imola (ANDREJ ISAKOVIC)

MAX VERSTAPPEN: Immerhin waren dem Überflieger diesmal die Strapazen des Sieges anzumerken. "Mein Rücken tut höllisch weh von diesen vielen Schlägen auf der Strecke", berichtete der Niederländer und verriet lächelnd: "Ich freue mich eigentlich nur aufs Bett und werde ein paar Schmerzmittel einwerfen." Eine kurze Verschnaufpause hat sich Verstappen auch wahrlich verdient. Am Trainingsfreitag schien Red Bull noch deutlich langsamer als die Konkurrenz - doch Verstappen war im entscheidenden Moment zur Stelle. Im Qualifying holte er die Pole Position, im Rennen lag er zunächst souverän vorne und rettete den Sieg dann vor dem heraneilenden Lando Norris ins Ziel. Ein Erfolg der Marke Arbeitssieg, der zeigt: Verstappen kann sich auch behaupten, wenn die Konkurrenz stärker wird.

MCLAREN: Siehe da, es gibt doch einen Herausforderer für Red Bull - und zwar einen ernstzunehmenden. Miami-Sieger Lando Norris setzte Verstappen in Imola derart unter Druck, dass diesem nicht nur wegen der Hitze die Schweißperlen auf der Stirn standen. "Es tut weh, das zu sagen, aber ein oder zwei Runden mehr und ich hätte ihn gehabt", sagte Norris. Auch Teamkollege Oscar Piastri war stark, eine Strafe, die sich der Australier im Qualifying eingehandelt hatte, verhinderte ein besseres Ergebnis als Rang vier. Nun will McLaren in Monaco nachlegen - dort geht das Duell Orange gegen Oranje in die nächste Runde.

FERRARI: Charles Leclerc, Carlos Sainz und Teamchef Fred Vasseur werden an diesem Wochenende zu knabbern haben. Am Freitag sah es noch so aus, als könne die Scuderia dank des Updates am Rennwagen SF-24 wirklich um den Sieg mitfahren. Leclerc war zweimal Schnellster im Training, doch im Rennen hatten Red Bull und auch McLaren die Nase vorn, Leclercs dritter und Sainz' fünfter Platz waren das Maximum. "Ich bin immer lieber ganz oben auf dem Podium, aber es war trotzdem eine tolle Erfahrung, vor den Fans zu feiern", sagte Leclerc. Ferrari hatte zuletzt 2006 durch Michael Schumacher einen Sieg in Imola gefeiert, anschließend verschwand die Strecke aus dem Kalender. Erst seit 2020 wird hier wieder gefahren - und Leclerc sorgte für die erste Podiumsplatzierung der Italiener seit dem Comeback.

NICO HÜLKENBERG: Es machte schon beim ersten Blick "klick". Denn "diese Oldschool-Strecken haben ein ganz besonderes Flair, besondere Vibes", verriet Hülkenberg über seine ersten Eindrücke des Autodromo Enzo e Dino Ferrari. Der Routinier erlebte bei seinem 210. Formel-1-Rennen tatsächlich eine Premiere. Erstmals war Hülkenberg in Imola am Start und verpasste nach einem starken Qualifying im Rennen die Punkte als Elfter. "Das hatte ich schon befürchtet. Über eine Runde ging es besser, aber im Longrun war es leider nicht so gut", sagte er.

SPRUCH DES WOCHENENDES: "Es war ein ganz besonderer Moment und einer der schönsten hinterm Lenkrad. Das muss ich ehrlich sagen." (Sebastian Vettel über die Eindrücke, die er bei der Runde über die Strecke in einem Rennwagen des 1994 in Imola verstorbenen Ayrton Senna gewonnen hat.)