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Fröhlich fordert anderen Umgang mit Tennisball-Protesten

Die Partie in Berlin war lange unterbrochen (IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch)
Die Partie in Berlin war lange unterbrochen (IMAGO/Sebastian Räppold/Matthias Koch)

Schiedsrichter-Chef Lutz-Michael Fröhlich hat einen anderen Umgang mit den Fanprotesten gegen einen Investoreneinstieg bei der Deutschen Fußball Liga (DFL) angeregt. Er könne sich vorstellen, "dass wir bei Aktionen wie mit Tennisbällen eine vierte Stufe einbauen", sagte der 66-Jährige der Bild mit Blick auf den derzeitigen Drei-Stufen-Plan des Deutschen Fußball-Bundes (DFB). Man könne "nach einer ersten erfolglosen Unterbrechung die Mannschaften hinter die Seitenlinie schicken und eine weitere Ansage machen. Dann erst in die Kabine."

Fans von Hertha BSC hatten am Samstag im Topspiel der 2. Bundesliga gegen den Hamburger SV (1:2) immer wieder Tennisbälle auf das Spielfeld geworfen, die Partie war zwischenzeitlich für über 30 Minuten unterbrochen. Auch in anderen Stadien protestierten Anhänger auf ähnliche Weise.

"Die Vorfälle in Berlin waren in der Tat grenzwertig. Die Geduld des Schiedsrichter-Teams ist stark strapaziert worden", sagte der Fröhlich, der sich mehr Unterstützung für die Referees erhofft: "Wir werden darüber in dieser Woche sprechen. Ich wünsche mir Rückendeckung von der DFL für die Schiedsrichter, die ja nicht verantwortlich sind für die Probleme in den Stadien."

Die Sportgerichtsbarkeit könne "die aktuelle Problematik" nicht alleine lösen, teilte ein DFB-Sprecher der Bild mit. "Vereine und Verbände sind gefordert, die vorhandenen Dialogformate intensiv zu nutzen, um über unterschiedliche Standpunkte zur Investorenthematik im Gespräch zu bleiben", hieß es. Blocksperren oder andere Sanktionen könne die Sportgerichtsbarkeit nicht verhängen, "ohne dass es einen konkreten Vorfall gab, der dies rechtfertigen würde".