Kaum Stürze bei der Tour: Fahrer loben respektvollen Umgang

Kaum Stürze bei der Tour: Fahrer loben respektvollen Umgang
Kaum Stürze bei der Tour: Fahrer loben respektvollen Umgang

Ein Malheur von Tadej Pogacar, ein rettender Sprung von Axel Zingle im Sprint von Saint-Vulbas - doch bislang kein gravierender Massensturz. Die 111. Tour de France ist in der ersten Woche trotz manch brenzliger Situation von schweren Unfällen verschont geblieben. Vor der 8. Etappe am Samstag nach Colombey-les-Deux-Eglises hatten erst zwei Fahrer das Rennen aufgegeben.

Nach Ansicht der deutschen Radprofis liegt das an einer neuen Regel und einem respektvollen Umgang im Peloton. Erstmals bei dieser Tour wurde die Drei-Kilometer-Regel aus Sicherheitsgründen auf je nach Etappe vier oder fünf Kilometer ausgeweitet. Fahrer, die in dieser Zone stürzen oder eine Panne haben, werden mit der gleichen Zeit gewertet wie die Gruppe, der sie zum Zeitpunkt des Vorfalls angehörten.

"Es hat mich positiv überrascht. Es hat wirklich etwas gebracht", sagte Klassikerspezialist John Degenkolb (dsm-firmenich PostNL): "Die Klassement-Teams halten sich aus dem Gedränge vorne raus. Das finde ich sehr, sehr gut."

Nikias Arndt, als Anfahrer von Phil Bauhaus beim Team Bahrain Victorious stets in der Gefahrenzone, stimmte zu. "Es nimmt definitiv ein bisschen den Stress raus. Dass man es früher entzerrt, hilft definitiv", sagte Arndt. Neben der Regel-Entschärfung lobte Arndt auch den Umgang unter den Fahrern. "Im Finale wird hart gefahren, es wird auch hektisch, aber mit einem gesunden Menschenverstand dieses Jahr. Ich habe das Gefühl, dass alle Fahrer ein bisschen mehr Respekt haben und heil durchkommen wollen", sagte der 32-Jährige.

Das sieht auch Tour-Debütant Pascal Ackermann so. Die neue Regel spiele nur eine untergeordnete Rolle in der Sicherheitsfrage. "Man merkt einfach extrem, dass ganz viele erfahrene Fahrer am Start stehen", sagte der Sprinter des Teams Israel-Premier Tech: "Die halten nicht ganz so extrem rein wie die jungen Fahrer. Bei den anderen Rennen fahren so viele junge Fahrer, die keinen Respekt mehr haben. Hier ist es viel, viel sicherer."