"Keine Beweise für Fehlverhalten": WADA verteidigt Vorgehen

Verteidigt das Vorgehen der WADA: Witold Banka (FABRICE COFFRINI)
Verteidigt das Vorgehen der WADA: Witold Banka (FABRICE COFFRINI)

Nach den aufsehenerregenden Berichten über mögliche Dopingvertuschung hat die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) ihr Vorgehen erneut verteidigt und Kritik mit deutlichen Worten zurückgewiesen. Bei den Ermittlungen seien "keine glaubwürdigen Beweise für ein Fehlverhalten" vorgelegt worden, sagte WADA-Präsident Witold Banka während einer Pressekonferenz am Montag: "Wenn wir es jetzt noch einmal machen müssten, würden wir genau dasselbe tun."

Eine gemeinsame Recherche der ARD-Dopingredaktion und der New York Times hatte die Glaubwürdigkeit von Chinas Anti-Doping-System und die Wächterfunktion der WADA infrage gestellt. Demnach wurden 23 chinesische Spitzenschwimmer vor den Sommerspielen in Tokio positiv auf das verbotene Herzmittel Trimetazidin getestet, allerdings nicht sanktioniert. Drei von ihnen gewannen 2021 in Japan Olympiagold.

"Seit der Veröffentlichung dieser Geschichte habe ich einige kritische Kommentare gelesen, die klar politisch motiviert sind", sagte Banka, der betonte, dass die WADA "die gleichen Standards und Verfahren unabhängig von der Nationalität" nutze. Der Pole bekräftigte, dass er eher an die These der "Umweltkontamination" von "unschuldigen Athleten" glaube als an absichtliches und verheimlichtes Doping. Er sei "überzeugt", dass die WADA die "richtige Entscheidung" getroffen habe. Die Organisation werde "weiterhin den Sport ohne Furcht oder Bevorzugung schützen".

Die am Samstag zunächst in Textform veröffentlichten Recherchen der ARD und der New York Times hatten drei Monate vor den Olympischen Sommerspielen in Paris international für Aufsehen gesorgt. Athletenvertretungen, Verbände, Politiker und beispielsweise die US-Anti-Doping-Agentur USADA drängen vehement auf eine schnelle und schonungslose Aufklärung. Chinas Außenministerium wies die Berichte am Montag als "Fake News" zurück.