Spanien-Star fällt Urteil über Schiedsrichter

Spanien-Star Rodri hat ein deutliches Urteil über die Schiedsrichter-Leistung von Anthony Taylor beim EM-Viertelfinale gegen Deutschland (2:1) gefällt - und dabei exemplarisch die Szene um DFB-Star Toni Kroos herausgehoben.

„Das Foul an Pedri (durch Kroos; Anm. d. Red.) habe ich aus der Nähe gesehen, und ja: Es war hart. Nicht, dass wir uns falsch verstehen: Das ist Fußball. Aber es gab zu Beginn einen Moment, in dem der Schiedsrichter die Zügel hätte straffen müssen“, sagte Pedri der Süddeutschen Zeitung.

Zur Erinnerung: Kroos hatte Pedri früh in der Partie von den Beinen geholt (4.), der spanische Nationalspieler musste anschließend verletzungsbedingt ausgewechselt werden (8.). Taylor verzichtete trotz der Härte des Fouls auf eine Gelbe Karte. Dafür wurde Kroos in der zweiten Hälfte verwarnt (67.).

Deutschland? „Gibt nichts Schwierigeres“

Taylor habe durch seine Entscheidung „die Richtung“ vorgegeben: „Wenn ein Schiedsrichter keine Grenze setzt, folgen ähnliche Aktionen. So war das auch gegen Deutschland. Ganz ehrlich: Mich hat die Linie von Taylor überrascht, aber für ihn gilt dasselbe wie für andere Schiedsrichter aus der Premier League: Sie dimmen die Intensität herunter, wenn sie in Europa international pfeifen“, meinte Rodri, der zu der strittigen Handszene um Marc Cucurella indes nicht befragt wurde.

Der 28-Jährige ist der Ansicht, es gebe „bei diesem Turnier nichts Schwierigeres, als den Gastgeber Deutschland aus dem Turnier zu werfen. Wir haben das geschafft, weil wir ein wirklich großartiges Spiel geliefert haben.“

Im Halbfinale treffen die Spanier am Dienstag auf Frankreich. Dabei verriet Rodri, dass es besonders auf Antoine Griezmann zu achten gelte: „Die Franzosen stützen sich immer auf ihn. Antoine weiß einfach, wohin der Ball muss. Aber Frankreich hat viele exzellente Spieler.“

Rodri enthüllt Guardiola-Detail

Dennoch gehe es darum, „Frankreich als Kollektiv zu analysieren. Es ist eine der großen Mannschaften Europas“, sagte Rodri, der neben den Themen rund um die EM auch auf seinen Vereinscoach Pep Guardiola zu sprechen kam - und ein spezielles Detail aus der Arbeitsweise des Spaniers enthüllte.

„Wenn ein Spieler in die Dynamik von Pep eintaucht, braucht er vor allem zu Beginn viel Information. Man muss sehr aufmerksam sein, um zu verstehen, was Pep will, und das Erlernte durch Wiederholung verinnerlichen. Das verlangt nach Extraschichten, nach Gesprächen, nach Videos“, erklärte Rodri.

Der Sechser spielt seit 2019 für Manchester City. Seitdem holte er vier Meisterschaften und einmal die Champions League.