Langjähriger Formel-1-Star vor dem Aus

Langjähriger Formel-1-Star vor dem Aus
Langjähriger Formel-1-Star vor dem Aus

Es ist nicht neu für Sergio Pérez, dass er unter großem Druck steht. Seit der 34 Jahre alte Routinier 2021 als Teamkollege bei Red Bull neben Weltmeister Max Verstappen fahren muss, berichteten Medien immer wieder von seiner möglichen Entlassung. Das Wochenende des Großen Preises von England in Silverstone ist da keine Ausnahme.

Die Zeit des Mexikaners beim österreichischen Getränkekonzern, so spekulieren Fanportale und Fachmagazine, sei 2025 womöglich vorbei. Leistungsklauseln im erst kürzlich bis 2026 verlängerten Vertrags sollen das möglich machen. Sein Fehler im Qualifying am Samstag, als er schon im ersten Segment des dreigeteilten Wettbewerbs zur Ermittlung der Startplätze von der Strecke rutschte und deshalb nur als 19. das Rennen aufnehmen kann, befeuert die Gerüchte noch.

Einig sind sich die Szenebeobachter freilich nicht, welcher Pilot Pérez ersetzen könnte. Red-Bull-Nachwuchspilot Liam Lawson (22) aus Neuseeland glauben die einen, Der schon in die Jahre gekommenen australische Haudegen Daniel Ricciardo (35) berichten die einen, glauben die anderen.

Tatsächlich scheint Ricciardo aber nicht vor einer Beförderung zu stehen - im Gegenteil.

Red Bull hält noch zu Pérez

SPORT1 fragte nach, was tatsächlich hinter den Gerüchten steckt. Red-Bull-Chefberater Helmut Marko (83): „Tatsache ist, dass die Konstrukteurswertung sehr wichtig ist für das Team und alle Mitarbeiter. Denn je besser wir dort abschneiden, desto mehr Bonuszahlungen bekommt dann jeder einzelne Mitarbeiter. Das heißt, dass Sergio Pérez liefern muss und unter Druck steht.“

Eine Entlassung steht allerdings noch nicht zur Debatte. Marko: „Wir erwarten, dass sich Sergio wieder fängt. Er hat sich ja schon öfters in der Vergangenheit aus einer Formkrise wieder befreit.“ Wichtigstes Verteidigungsargument für den Mexikaner: „Jeder andere Fahrer würde gegen Max auch nicht gut aussehen. Max ist in der Form seines Lebens und wird immer noch besser.“

Soll heißen: Es fehlt an Alternativen. Wenn überhaupt, wäre nur der Japaner Yuki Tsunoda in der Lage, Pérez zu ersetzen, hört man aus dem Red-Bull-Lager. Tsunoda fährt im Moment an der Seite von Ricciardo im Red-Bull-Juniorteam Racing Bulls und ist dort regelmäßig schneller als der Australier. Tsunodas Problem ist aber, dass Teamchef Christian Horner den Japaner nicht mag.

Veränderungen kündigt Marko bei SPORT1 für die nahe Zukunft dennoch an. Und die könnten negative Konsequenzen für Ricciardo haben. „Es wurde jetzt von allen Entscheidungsträgern bestätigt, dass Racing Bull in Zukunft wieder ein Juniorteam sein wird, dass hauptsächlich Ausbildungszwecke hat. Es gibt noch drei Rennen bis zur Sommerpause. Dort werden wir uns dann zusammensetzen und Entscheidungen treffen, die in diese Richtung gehen.“

Lawson soll Ricciardo ersetzen

Das bedeutet: Ab dem ersten Rennen nach der Sommerpause in Zandvoort soll Lawson Ricciardo ersetzen und neuer Teamkollege von Tsunoda werden, so der Plan. Dazu passt: Der Neuseeländer wird nach dem Rennen in Silverstone bei den als Filmtagen deklarierten Testfahrten einen aktuellen Red Bull fahren. Lawson soll so auf seinen Einsatz bei Verstappens Heimrennen Ende August vorbereitet werden.

Marko über Lawson, der auch das Interesse vom zukünftigen Audi-Team geweckt hat: „Wir werden ihn nicht freigeben, weil er bei uns wieder eine Chance bekommen wird.“ Hintergrund: 2023 hinterließ Lawson schon einmal als Ersatzmann für Ricciardo einen starken Eindruck. Der Australier brach sich in Zandvoort die Mittelhand und musste drei Rennen pausieren. Auf Druck von Horner wurde trotzdem in der neuen Saison auf Ricciardo gesetzt.

Fest steht: Ricciardos Karriere, nicht die von Pérez, neigt sich dem Ende zu. Horners Macht reicht nicht mehr aus, um seinen Kumpel aus Australien weiter zu stützen. Das heißt auch: Pérez muss jetzt eher Tsunoda oder Lawson fürchten. Sicher ist auch sein Platz bei Red Bull längst nicht.