Die Nutzung von Elon Musks X ist ein Jahr nach seiner Übernahme „in jeder Hinsicht rückläufig“

Die Daten zeigen, dass die Nutzung und die Downloads von X zurückgegangen sind, seit Elon Musk die Plattform vor einem Jahr übernommen hat. - Copyright: Jaap Arriens/NurPhoto via Getty Images
Die Daten zeigen, dass die Nutzung und die Downloads von X zurückgegangen sind, seit Elon Musk die Plattform vor einem Jahr übernommen hat. - Copyright: Jaap Arriens/NurPhoto via Getty Images

Vor etwas mehr als einem Jahr kaufte Elon Musk Twitter für 44 Milliarden US-Dollar. Die letzten zwölf Monate waren für die Plattform, die jetzt X heißt, eine holprige Fahrt. Ein Bericht zu den Statistiken der Nutzung auf X zeigt, dass sie in die falsche Richtung tendiert.

Die Nutzung der App ging um fast zwölf Prozent zurück

In den USA ging die Nutzung von X auf Android- und iOS-Geräten im Vergleich zum Vorjahr um 17,8 Prozent zurück. Das war das Ergebnis einer Messung der monatlich aktiven Nutzer durch das Webanalyseunternehmen Similarweb mit dem Titel "One Year Into Musk's Ownership, X (Twitter) Down By Every Measure".

Der Traffic auf twitter.com über den Webbrowser ist laut dem Bericht in den USA um 11,6 Prozent und weltweit um sieben Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesunken. Und auch die Nutzung der mobilen App von X ist in den USA zurückgegangen. In den ersten neun Monaten des Jahres 2023 gab es 12,8 Prozent weniger Traffic als im Vorjahr. Das geht aus den Daten von Similarweb hervor.

Auch die Downloads der X-App gingen weltweit um 38 Prozent und in den USA zwischen Oktober 2022 und September 2023 um 57 Prozent zurück, wie aus Daten von Sensor Tower hervorgeht, über die "Axios" berichtet.

Diese neuesten Nutzungsschätzungen spiegeln die früheren Berichte von Business Insider US vom September wider, wonach die Nutzung und die Downloads von X seit der Übernahme durch Musk zurückgehen. Daten der App-Tracking-Firma Apptopia zeigten, dass der Verkehr auf Twitter.com im August 2023 weltweit um zehn Prozent und in den USA um 15 Prozent niedriger war als im vergangenen Jahr.

Eine Zahl im Similarweb-Bericht vom Oktober dürfte Musk freuen: Das Unternehmen schätzt, dass der Traffic auf sein X-Profil und seine Posts im September im Vergleich zum Vorjahr um 96 Prozent gestiegen ist.

Immer weniger Menschen nutzen X

In der Zwischenzeit ist Musks Plattform nicht annähernd so viel wert wie zu dem Zeitpunkt, als er sie kaufte. Das zeigt eine Bewertung, die in einem kürzlich von Fortune veröffentlichten Mitarbeiteraktienprogramm dargelegt wurde. Berichten zufolge bot X seinen Mitarbeitern Aktien zu einem Preis von 45 US-Dollar (43 Euro) an, womit das Unternehmen mit rund 19 Milliarden US-Dollar (18 Milliarden Euro) bewertet wurde. Das sind weniger als 50 Prozent dessen, was Musk dafür bezahlt hat.

X hat sich zu dem Bericht von Similarweb nicht geäußert (das Unternehmen schickte Business Insider US eine automatische Nachricht, als wir es vor der Veröffentlichung um einen Kommentar baten). Aber CEO Linda Yaccarino versuchte, in einem Blogbeitrag vom 27. Oktober mit dem Titel "One year in, the future of X is bright" ein rosigeres Bild zu zeichnen.

Yaccarino schrieb, dass täglich über 7,8 Milliarden aktive Minuten auf X verbracht werden. Der durchschnittliche Nutzer verbringt pro Tag 32 Minuten auf der Plattform. Sie sagte auch, dass es eine halbe Milliarde monatliche Nutzer und durchschnittlich 1,5 Millionen Anmeldungen pro Tag gibt. Laut Daten von Sensor Tower, über die das "Wall Street Journal" berichtete, sind die täglich aktiven Nutzer von X jedoch um 16 Prozent zurückgegangen.

Trotz des turbulenten ersten Jahres hat Musk große Ambitionen für die Plattform. Er möchte, dass X die "Alles-App" wird, ähnlich wie die chinesische App WeChat. Kali Hays von Business Insider US berichtete kürzlich, dass Musk in einem Meeting mit allen Mitarbeitern sagte, er wolle eine Dating-Funktion in X einführen und bis 2024 eine voll funktionsfähige Online-Dating-Plattform schaffen. In der gleichen Sitzung sagte Musk, dass er möchte, dass die Menschen X bis 2024 für Bankgeschäfte und Geldtransfers nutzen können, wie "The Verge" zuerst berichtete. Kürzlich wurde mit der X-App die Möglichkeit eingeführt, Video- und Sprachanrufe zu führen.

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