"Oh mein Gott": Berlin feiert "Monster" Hildebrand

Jake Hildebrand war kaum zu überwinden (IMAGO/Uwe Koch)
Jake Hildebrand war kaum zu überwinden (IMAGO/Uwe Koch)

Jake Hildebrand konnte seine Wahnsinns-Tat selbst kaum fassen. Etwas ungläubig lag der Goalie der Eisbären Berlin noch Sekunden nach seiner Monster-Parade im Torraum, dann ging er auf die Knie und ließ sich seinen Schläger reichen. Der US-Amerikaner avancierte mit einer überragenden Leistung neben Doppelpacker Zachary Boychuk zum Matchwinner.

"Oh mein Gott! Aus meiner Sicht von der Bank sah es so aus, als wäre es ein Tor", sagte Boychuk bei MagentaSport zur Parade seines Schlussmanns: "Jake war in der gesamten Serie unser bester Spieler. Er hat sich das verdient."

In einem schwer umkämpften fünften Duell gegen die Adler Mannheim führten Keeper Hildebrand und Stürmer Boychuk die Berliner zum 3:2 (1:1, 1:0, 1:1)-Erfolg, der den Einzug ins Play-off-Halbfinale der Deutschen Eishockey Liga (DEL) bedeutete. Boychuk traf 147 Sekunden vor der Schlusssirene zum Sieg, Hildebrand kam auf 23 Paraden. Über eine werden sie in der Hauptstadt aber noch länger reden.

Sieben Minuten vor Schluss beim Stand von 2:1, Mannheim baut im Powerplay unheimlichen Druck auf, der Puck schnellt durch den Berliner Torraum. Hildebrand liegt bereits auf dem Eis, als Linden Vey am hinteren Pfosten eigentlich nur noch ins leere Tor einschieben muss. Hildebrand aber wirft sich auf den Rücken, greift über mit der Fanghand und verhindert doch noch den Einschlag.

Die ausverkaufte Arena am Ostbahnhof bebte, nur beim zwischenzeitlichen Ausgleich wurde es kurz ruhiger. Nach der Schlusssirene erreichte die Party dann ihren Höhepunkt. Noch lange Zeit später ließen sich Hildebrand und Co. vor der Hartmut-Nickel-Kurve feiern, die Fans wollten ihre Helden gar nicht mehr gehen lassen. Schon gar nicht Hildebrand.