Olympia: Happy End nach Skandal-Urteil
Happy End für die deutsche Ringerin Annika Wendle: Zusammen mit Lucas Lazogianis wurde die 26-Jährige nachträglich für das deutsche Ringer-Team bei den Olympischen Spielen in Paris nominiert.
Die Entscheidung sei durch den Weltverband UWW in Abstimmung mit dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) erfolgt, teilte der Deutsche Ringer-Bund (DRB) mit.
"Ich bin an meinem Laptop gesessen und habe an meiner Masterarbeit geschrieben. Dann kam der Anruf meines Bundestrainers. Ich war erstmal sprachlos, wusste nicht, was ich sagen sollte", sagte die Deutsche Meisterin Wendle: "Ich freue mich sehr, vor allem nach dem Verlauf der Quali-Turniere, dass dieser Traum in Erfüllung geht."
Wurde Wendle betrogen?
In der Qualifikation für Paris war Wendle skandalös gescheitert. Mehrere umstrittene Schiedsrichterentscheidungen beim Qualifikationsturnier in Istanbul Mitte Mai ließen den Verdacht aufkommen, dass die 26-Jährige um ihr Ticket für die Olympischen Spiele betrogen wurde.
Nachdem Wendle ihren Kampf in der 53-kg-Klasse gegen Lokalmatadorin Zeynep Yetgil mit 2:3 verloren hatte, reagierte der Deutsche Ringer-Bund (DRB): In einer Mitteilung schrieb der Verband, dass die Niederlage "auf mehrere Fehlentscheidungen des Kampfrichtertrios" zurückzuführen sei. Ein eingelegter Protest gegen die Wertung blieb allerdings erfolglos.
Bei SPORT1 zeigt sich auch der ehemalige deutsche Weltklasseringer und Bronzemedaillen-Gewinner von Tokio, Frank Stäbler, damals fassungslos über den Verlauf der Ereignisse: "Es war skandalös. Es war sehr, sehr traurig. So etwas tut weh."
Nun profitieren Wendle und Lazogianis, der 97 Kilogramm griechisch-römisch ringt, davon, dass der russische Ringer-Verband beschlossen hat, keine Sportler als neutrale Athleten zu den Spielen in Paris zu senden.