Olympia-Traum geplatzt: Thieme gönnt Wargers das Paris-Ticket

Thieme gewann erstmals den Großen Preis von Aachen (IMAGO/MARTIN DOKOUPIL)
Thieme gewann erstmals den Großen Preis von Aachen (IMAGO/MARTIN DOKOUPIL)

Aachen-Sieger Andre Thieme hat sich nach seinem geplatzten Traum von Olympia in Paris als fairer Sportsmann gezeigt. "Ich respektiere das, weil ich es respektiere, wenn jemand besser ist", sagte der 49-Jährige nach seinem Sieg beim CHIO. Wegen seiner Fehler im Nationenpreis - Deutschland wurde nur Sechster - hatte er die Nominierung ohnehin schon abgehakt.

Bundestrainer Otto Becker berief als Ersatzreiterin stattdessen Jana Wargers mit Dorette in sein Aufgebot. "Jana hat bewiesen, dass sie besser ist", lobte Thieme. Die 32-Jährige war im Nationenpreis zwei Nullrunden geritten und hatte ihre Hoffnungen damit angeheizt. "Das war heute sicher ein Pluspunkt für mich", hatte sie gesagt.

Thieme hingegen hatte sich nach seinen zwei Abwürfen am Donnerstag bereits mit seiner Rolle als Nummer fünf abgefunden. "Da musste ich nicht mit Otto Becker sprechen, ich wusste, dass war es für mich." Er habe es "zu sehr" gewollt und "war zu angespannt".

Die Anspannung habe sich gelegt, als Olympia aus Thiemes Kopf raus war. "Als ich wusste, dass es das war, hat sich etwas verändert. Ich war erleichtert", erzählte er: "Meine Frau sagte gleich: 'Es sieht anders aus, wie du reitest!'"

Die Leichtigkeit zahlte sich aus. Der Sieg in Aachen, der "Lebenstraum vieler Reiter", brachte ihm neben einem Eintrag auf der Siegertafel des CHIO auch ein nettes Preisgeld von 500.000 Euro. Zum Vergleich: 2021 gab es für eine Olympische Goldmedaille "nur" eine Prämie in Höhe von 20.000 Euro.