Paris: Flugtaxi-Test während der Olympischen Spiele

Für Testflüge zugelassen: Das Lufttaxi VoloCity (JULIEN DE ROSA)
Für Testflüge zugelassen: Das Lufttaxi VoloCity (JULIEN DE ROSA)

In einem Taxi über den Dächern von Paris - das soll während der Olympischen Spiele (26. Juli bis 11. August) zumindest vereinzelt möglich sein. Wie Frankreichs Verkehrsminister Patrice Vergriete der Zeitung Le Parisien erklärte, dürfen sogenannte "fliegende Taxis" - große, futuristische Drohnen des deutschen Herstellers Volocopter - während der Spiele versuchsweise eingesetzt werden.

"Wir werden mit dieser Weltneuheit während der Olympischen Spiele experimentieren. Es ist ein technologischer Fortschritt, der von Nutzen sein könnte", sagte Vergriete. Die Genehmigung für den einem Piloten und einem Passagier Platz bietenden "VoloCity", der es auf eine Höchstgeschwindigkeit von 110 Kilometern pro Stunde bringt, gelte jedoch nur für einen begrenzten Zeitraum und nicht für die breite Öffentlichkeit.

Rund um die französische Hauptstadt wurden vier Start- und Landezonen eingerichtet, darunter auf dem Flughafen Charles de Gaulle und dem kleineren Flugplatz Le Bourget sowie eine neue schwimmende Plattform auf der Seine im Westen von Paris. Darauf hatte sich der Hersteller mit dem französischen Flughafenbetreiber ADP, dem Metro- und Busbetreiber von Frankreichs Hauptstadt RATP und der Pariser Regionalregierung geeinigt.

Vor einem breiteren Einsatz der Passagierdrohnen müssen die französischen Behörden noch von der Umweltfreundlichkeit und der Nützlichkeit als batteriebetriebene, kohlenstoffarme Transportlösung überzeugt werden. Dazu sollen die Testläufe während der Spiele dienen.

"Während der Spiele wird es einige Testflüge geben. Wenn wir sehen, dass sie nicht effektiv sind und zu viel Lärm machen, werden wir unsere Konsequenzen ziehen", sagte der Minister weiter. Er selbst sei zudem "kein Fan der Bezeichnung 'fliegendes Taxi'" für die 18-Rotoren-Maschinen, die kleinen Hubschraubern ähneln.

Das Konzept erhielt auch bereits einigen Gegenwind. Der Pariser Stadtrat hatte sich einstimmig dagegen ausgesprochen. "Es ist Greenwashing in seiner reinsten Form, ein Transportmittel, das für die Ultrareichen geschaffen wurde, die es eilig haben, weil es nur Platz für einen Fahrgast gibt", sagte der stellvertretende Bürgermeister von Paris Dan Lert der Nachrichtenagentur AFP.