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ROUNDUP: Pharmakonzern Lilly hofft auf Wachstumsschub durch neue Arzneien

BAD HOMBURG (dpa-AFX) -Der US-Pharmakonzern Eli Lilly and Company erhofft sich durch neue Medikamente etwa gegen krankhaftes Übergewicht (Adipositas) und Alzheimer einen Wachstumsschub. Gleich fünf wichtige Arzneien stehen aktuell beim Unternehmen vor dem Marktstart, so viele wie selten in nur einem Jahr. Alle Neulinge hätten das Zeug zum Kassenschlager, sagte Konzernchef David Ricks in einem Interview mit der Finanz-Nachrichtenagentur dpa-AFX am deutschen Standort in Bad Homburg. Damit sind in der Branche Mittel mit einem Jahresspitzenumsatz von mehr als einer Milliarde Dollar gemeint.

Ricks bezeichnet 2023 als "richtungsweisendes" Jahr für den US-Pharmahersteller, der zu den Weltgrößten der Branche gehört. "Wir haben in den vergangenen 18 Monaten eine regelrechte Welle an erfolgreichen Studiendaten gesehen." Die Aktie hat in dieser Zeit gut drei Viertel an Wert hinzugewonnen. Experten sehen vor allem große Chancen für das Diabetes- und Abnehmpräparat Mounjaro und den Alzheimer-Wirkstoff Donanemab.

Erst kürzlich hatte der Konzern seine Jahresprognose angehoben. Das Management rechnet für 2023 mit einem Umsatzanstieg um bis zu elf Prozent auf 31,7 Milliarden Dollar (29,1 Mrd Euro). Der Erlös aus den in der Pandemie gefragten Corona-Antikörpern ist inzwischen zwar fast auf null gesunken, doch schießen die Verkäufe des Medikaments Mounjaro in die Höhe.

Mounjaro wurde im Mai 2022 erstmals zur Behandlung von Diabetes in den USA zugelassen. Der enthaltene Wirkstoff Tirzepatid ahmt im Gegensatz zum aktuellen Standard gleich zwei körpereigene Hormone nach. Der Hersteller hofft nun auf eine Marktzulassung in den USA auch bei Adipositas - also sehr hohem, krankhaftem Übergewicht - "bis spätestens Anfang 2024". Auch in Japan und Europa strebt das Unternehmen perspektivisch Zulassungen an.

Für das Alzheimer-Präparat Donanemab ist neben den USA auch ein Zulassungsantrag in Europa geplant, der voraussichtlich im Sommer eingereicht werden soll. Das Mittel soll dann in der EU spätestens 2024 zunächst auf dem deutschen Markt eingeführt werden. Donanemab kann Alzheimer zwar nicht heilen, aber bei Patienten im frühen Stadium der Krankheit den geistigen Abbau zumindest verzögern.

Für die neuen Produkte baut Lilly Produktionsstandorte in den USA und Europa aus und auf. "Die Kapitalinvestitionen in diesem Jahr liegen bei 3,7 Milliarden Dollar". Darüber hinaus seien bereits Investitionen von mehr als acht Milliarden Dollar durch Tirzepatid und andere neue Wirkstoffe absehbar. "Und das wird vermutlich noch nicht reichen", so Ricks. Das Umsatzpotenzial für seine neuen Medikamente beziffere Lilly generell nicht, sagte der Lilly-Chef.