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Sportfördergesetz: "Einfluss des Bundes unerlässlich"

Bundesinnenministerin Nancy Faeser (TOBIAS SCHWARZ)
Bundesinnenministerin Nancy Faeser (TOBIAS SCHWARZ)

Das Bundesministerium des Innern (BMI) hat nach anhaltender Kritik des organisierten Sports am Referentenentwurf des Sportfördergesetzes seine Position verteidigt. "Strategische Vorgaben werden gemeinsam von allen relevanten Akteuren, auch dem Deutschen Olympischen Sportbund, im Stiftungsrat getroffen. Ein maßgeblicher Einfluss des Bundes im Stiftungsrat ist dabei unerlässlich, weil die Sportagentur ausschließlich Mittel des Bundes vergibt", teilte eine BMI-Sprecherin auf SID-Anfrage mit.

Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB), die 16 Landessportbünde, die 68 Spitzenverbände und der Berufsverband der Trainer und Trainerinnen im deutschen Sport (BVTDS) hatten seit dem 1. März, seit der Referentenentwurf in die Ressortabstimmung gegeben wurde, in Stellungnahmen harsche Kritik an der Bundesregierung geübt.

Im Gesetzentwurf fehle bislang unter anderem "das klare Bekenntnis zur Verantwortung und zur Finanzierungszuständigkeit des Bundes für den Spitzensport", bemängelte das DOSB-Präsidium in einer Stellungnahme und kritisierte damit, dass bei der Mittelvergabe der Bund des letzte Wort hat. Weiter forderte der Dachverband des deutschen Sports zum wiederholten Mal "die sportfachliche Eigenverantwortung und Unabhängigkeit der Agentur-Vorstände" ein sowie "die Ausgewogenheit zwischen Stiftungsrat und Sportfachbeirat".

Die Mehrheitsverhältnisse in Stiftungsrat und Sportfachbeirat seien wie im Gesetz verankert "bereits im Feinkonzept u. a. zwischen BMI und dem DOSB geeint", teilte die Sprecherin des von Nancy Faeser geführten BMI mit.

Das für den Sport zuständige Ministerium fügte an, dass "insbesondere" auch die "Möglichkeiten einer überjährigen Förderung und auch einer disziplinenübergreifenden Förderung bereits klar im Entwurf des Sportfördergesetz verankert worden" seien. Zudem solle mit der zu gründenden Sportagentur durch die Förderung aus einer Hand "der Prozess insgesamt bereits verschlankt" und Doppelstrukturen, "die sich bisher aus dem Nebeneinander der am Fördersystem Beteiligten ergeben haben, aufgelöst werden".

Der Referentenentwurf stelle "die Grundlage für ein zukunftsfähigen Spitzensportsystem dar", betonte das BMI. Das "breite Meinungsspektrum" sei "angesichts der Tragweite des Vorhabens (...) nicht überraschend".