Starker Schneefall: Giro-Start nach Fahrerprotest verschoben

Freie Sicht auf den Schnee: Spitzenreiter Tadej Pogacar (LUCA BETTINI)
Freie Sicht auf den Schnee: Spitzenreiter Tadej Pogacar (LUCA BETTINI)

Nach einer Streikandrohung der Radprofis wegen schlechter Witterungsbedingungen ist der Start der 16. Etappe beim Giro d'Italia verschoben worden. Am Dienstag hätte das Feld eigentlich um 11.20 Uhr auf das Teilstück über 202 km von Livigno nach Santa Cristina Valgardena gehen sollen, doch unter anderem starker Schneefall führte dazu, dass die Teams Gespräche mit der Rennleitung aufnahmen.

Es wurde vorgeschlagen, die Bergetappe zu verkürzen und den Start an den Fuß des ersten Passes des Tages, den Giogo di Santa Maria, zu verlegen. Doch die Organisatoren wollten den Start in Livigno beibehalten, da die Stadt dafür bezahlt. Um 11.50 Uhr hätte das Feld dort zumindest für Fotos posieren sollen, aber niemand kam. Danach wurde die Etappe auf 118 km verkürzt. Es soll um 14.25 in Laas in Südtirol losgehen.

Das Verhalten der Rennleitung sorgte für Kritik. "Es ist lächerlich. Entweder sind sie noch nie Fahrrad gefahren oder sie haben nicht darüber nachgedacht. Wir werden die Etappe bewältigen, wenn sie sie in einem Cabrio bewältigen", sagte der Franzose Valentin Paret-Peintre. Sein Landsmann Julian Alaphilippe wollte "Schneemänner bauen", Spitzenreiter Tadej Pogacar klang etwas diplomatischer. "Ich kann fahren, wenn sie das wollen", sagte der Slowene, "aber ich hoffe, dass es später keinen Unfall gibt, den wir bereuen." Abfahrten seien bei diesen Bedingungen wirklich gefährlich.

"Das Problem ist, dass sich das Klima in den Bergen sehr schnell ändern kann und man bis zum letzten Moment warten muss, um eine Entscheidung zu treffen", verteidigt sich Rennleiter Mauro Vegni. Er habe "einen fairen Kompromiss gefunden, der alle zufriedenstellt".

Schon in der Vorwoche war wegen Lawinengefahr die vorgesehene Fahrt zum Stilfser Joch aus dem Programm für die 16. Etappe gestrichen worden. Das Sonderprotokoll für Dienstag sah vor, dass sich die Fahrer bei schlechtem Wetter auf dem Gipfel des Giogo di Santa Maria (2498 Meter) umziehen können, dafür sollte das Rennen für drei Minuten unterbrochen werden.

"Ziel der Fahrer ist es, sich zu messen, und nicht, in eine Situation zu geraten, in der sie auf einer Höhe von 2498 Metern auf einem Parkplatz anhalten, sich bei zwei Grad Celsius mit hoher Schneewahrscheinlichkeit umziehen und dann weiterfahren müssen", kritisierte Adam Hansen, Präsident der Fahrervereinigung CPA.