Szuber und Stachowiak: Familienzusammenführung am Eis

Gegen sein Geburtsland: Wojciech Stachowiak (IMAGO/Jaroslav Ozana)
Gegen sein Geburtsland: Wojciech Stachowiak (IMAGO/Jaroslav Ozana)

Wojciech Stachowiak musste kurz überlegen. "Bis jetzt sind's sieben, vielleicht werden es noch mehr", sagte der Eishockey-Vizeweltmeister vor der Familienzusammenführung der besonderen Art. Zum vorletzten Gruppenspiel der deutschen Nationalmannschaft bei der WM in Tschechien hat sich "die ganze Familie" des 24-Jährigen angesagt. Denn Stachowiak spielt am Samstag (16.20 Uhr/Pro7 und MagentaSport) gegen sein Geburtsland Polen - ebenso wie sein Teamkollege Maksymilian Szuber.

Der NHL-Debütant, der beim 8:2 gegen Kasachstan sein erstes Turniertor erzielte, hat gleich zehn Karten hinterlegt. "Meine Eltern kommen, meine Oma, die habe ich ein ganzes Jahr nicht gesehen", berichtete der 21-Jährige, der in Opole geboren wurde, "meine Cousinen fast zwei Jahre nicht." Das Abwehrtalent hat ein sein erstes Jahr in Nordamerika hinter sich und durfte bereits ein Spiel für die Arizona Coyotes bestreiten.

Da die polnische Grenze nur zehn Kilometer vom WM-Spielort Ostrava entfernt ist, ist der Weg für die Familien Szuber und Stachowiak nicht weit. Doch welches Trikot tragen sie? "Die Eltern bestimmt das deutsche", meinte Szuber, "die Oma bestimmt auch. Bei den anderen schauen wir mal." Stachowiak, der in Danzig geboren ist, vermutet eine neutrale Variante. "Sie sind alle in Ingolstadt-Trikots", sagte der Stürmer des ERC lachend.

Für beide wird es ein "sehr emotionales Spiel", wie Stachowiak betonte. Rücksicht auf das abstiegsbedrohte Team aus ihrer alten Heimat wollen sie nicht nehmen. "Wir schenken denen nichts", sagte Szuber. Beide sind derzeit in starker Form: Szuber hat nach kurzer Verletzungspause der zunächst wackligen Defensive Stabilität verliehen, und Stachowiak zaubert mit den beiden NHL-Stürmern John-Jason Peterka und Lukas Reichel, als hätte er nie etwas anderes gemacht.

"Ich kenne beide schon länger, die Chemie zwischen uns stimmt", sagte der Center, der gegen Kasachstan je zwei Tore seiner Sturmpartner vorbereitete, "wir sind einfach drei junge Spieler, die ein bisschen Spaß haben und Offensive kreieren wollen. Das funktioniert ganz gut." Vier Assists in einem Spiel verbuchte er als Profi noch nicht - "vielleicht in der Juniorenliga oder bei den Knaben", meinte er lachend.