Triathlon-Skandal: "Passiert, wenn man in Sch**** schwimmt“

Triathlon-Skandal: "Passiert, wenn man in Sch**** schwimmt“
Triathlon-Skandal: "Passiert, wenn man in Sch**** schwimmt“

In der Regel ist der Wettkampf an sich schon eine Qual, doch für zahlreiche Teilnehmerinnen und Teilnehmer der World Triathlon Championship Series in Sunderland am letzten Juli-Wochenende gingen die Leiden erst später so richtig los.

Wie die englische Zeitung Guardian nun berichtet, hatten „mindestens 57″ Athletinnen und Athleten mit Übelkeit und Durchfall zu kämpfen. Als Hintergrund werden Kolibakterien im Wasser vermutet. Die britische Gesundheitsbehörde hat angekündigt, die Erkrankten dahingehend zu untersuchen.

Der australische Triathlet Jake Birtwhistle hatte wenige Tage nach dem Rennen Ergebnisse der Umweltbehörde gepostet, die am Roker Beach in Sunderland (dort hatte das Schwimmen stattgefunden) drei Tage vor dem Wettkampf entnommen wurden. Demnach waren 3.900 Kolibakterienkolonien pro 100 Milliliter festgestellt worden, mehr als 39 Mal so viel wie die typischen Werte im Monat zuvor.

„Ich fühle mich seit dem Rennen ziemlich mies, aber ich schätze, das passiert, wenn man in Scheiße schwimmt“, schrieb Birtwhistle deutlich und kritisierte den Veranstalter scharf. „Das Schwimmen hätte abgesagt werden müssen.“

Der 28-Jährige erhielt zahlreiche Kommentare anderer offensichtlicher Opfer. „Wenigstens weiß ich jetzt, was mich und einen Haufen anderer Athleten, die am Rennen teilgenommen haben, krank gemacht hat“, schrieb eine Teilnehmerin.

Ein anderer kommentierte: „Das erklärt jetzt, warum ich nach dem Rennen am Sonntagmorgen die Montagnacht mit dem Kopf in der Toilette verbracht habe!“

Widersprüchliche Angaben zur Wasser-Qualität

Der britische Triathlon-Verband wies die Vorwürfe allerdings von sich. Die Wasserprobe, deren Ergebnisse Birtwhistle veröffentlicht hatte, sei außerhalb des fraglichen Küstenabschnitts genommen worden. Vom Verband entnommene Proben hätten dagegen keinerlei Auffälligkeiten ergeben.

Brisant: Seit einiger Zeit schwelt bereits ein Streit zwischen den lokalen Behörden und Umweltaktivisten hinsichtlich Abwasserleitungen und deren Auswirkungen auf das Meer.

Der örtliche Wasserversorger Northumbrian Water bestritt allerdings jedwede Schuld an den Symptomen der Sportlerinnen und Sportler.

Das Thema Wasserqualität ist im Übrigen seit geraumer Zeit schon ein steter Begleiter von Freiwasser-Events. An diesem Sonntag musste auch der Olympiatest der Freiwasser-Schwimmer in Paris abgesagt werden, da der Fluss Seine nicht sauber genug war, um die nötigen Standards zu erfüllen.