Im Zeitraffer: Bayers Weg ins Europa-League-Finale

Die Bayer-Profis feierten den Finaleinzug ausgiebig (IMAGO/osnapix / Hirnschal)
Die Bayer-Profis feierten den Finaleinzug ausgiebig (IMAGO/osnapix / Hirnschal)

Noch ein Sieg fehlt den Überfliegern von Bayer Leverkusen, um auch ihre Saison in der Europa League zu krönen. Das Team von Trainer Xabi Alonso geht als Favorit ins Finale am Mittwoch (21.00 Uhr/RTL) in Dublin gegen Atalanta Bergamo, doch der Weg dorthin war eine Achterbahnfahrt der Gefühle. Der SID wirft einen Blick auf die wichtigsten Partien:

STARTSCHUSS: Zum Auftakt der Gruppenphase empfängt die Werkself Ende September BK Häcken. Es ist die erste Partie in der Europa League für Alonsos Team nach dem bitteren Ausscheiden gegen die AS Rom im Halbfinale des Vorjahres. Wenige Tage nach dem Ligaspiel bei Bayern München (2:2) rotiert der Spanier kräftig durch, doch Bayer stellt beim ungefährdeten 4:0 erstmals die eindrucksvolle Breite des Kaders unter Beweis.

ÜBERWINTERN: Nach zwei weiteren Erfolgen macht Leverkusen schon am 4. Spieltag das Weiterkommen klar. Lange tut sich die Werkself schwer, offensiv geht wenig, doch ein spätes Elfmetertor von Victor Boniface (90.+4) sichert den etwas schmeichelhaften 1:0-Sieg in Aserbaidschan bei Qarabag Agdam.

COMEBACK: Schon im Achtelfinale kommt es zum Wiedersehen mit Qarabag, nachdem Leverkusen die Gruppenphase mit sechs Siegen aus sechs Spielen beendete. Doch im Hinspiel präsentiert sich Bayer überraschend schwach, der klare Favorit leistet sich ungewohnte Fehler und liegt zur Pause 0:2 zurück. Erst als Granit Xhaka und Florian Wirtz von der Bank kommen, wacht Leverkusen auf. In der Nachspielzeit sorgt Patrik Schick mit dem Ausgleich für eine ordentliche Ausgangslage.

DRAMA: Diese gibt Bayer im Rückspiel allerdings völlig leichtfertig aus der Hand. Alonsos Elf vergibt etliche Chancen und gerät in Überzahl erneut 0:2 in Rückstand. Der Traum vom Finale scheint bereits geplatzt, Leverkusen taumelt. Einmal mehr zieht die Werkself aber in einer spektakulären Schlussphase den Kopf aus der Schlinge, der eingewechselte Schick (90.+3/90.+7) schießt Bayer per Doppelpack zum 3:2-Sieg.

WACKLER: Beim 2:0 im Viertelfinal-Hinspiel lässt Leverkusen gegen West Ham United kaum etwas anbrennen, die Gäste sind mit dem Ergebnis noch gut bedient. Im London Stadium wackelt Bayer eine Woche später jedoch. West Ham geht in Führung, das Stadion ist plötzlich da - und die Werkself findet kaum ins Spiel. Alonsos Team übersteht aber auch diese Phase. Als bei den Engländern die Kraft nachlässt, räumt Jeremie Frimpong mit dem späten 1:1 alle Zweifel am Weiterkommen aus - und verhindert einmal mehr die erste Pleite.

TRAUMABEWÄLTIGUNG: Immer wieder ist vor dem Duell mit der AS Rom von Revanche die Rede. Bayer ist heiß - und das Hinspiel im Stadio Olimpico wird zur Machtdemonstration. Nach dem 2:0 scheint die Rechnung aus dem Vorjahr beglichen und das Finale zum Greifen nah. In der BayArena lässt Leverkusen aber Chancen für zwei Spiele liegen, Rom schlägt dafür gleich doppelt zu. Die Verlängerung droht, vielleicht sogar das Aus und das Ende der Erfolgsserie. Wie sollte es aber anders sein? Bayer kommt zurück. Durch ein Eigentor (83.) und einen Treffer von Josip Stanisic (90.+7) bucht die Werkself das Ticket für Dublin.